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Technik erklärt: die IR Steuerung 06

Auch wenn heute Elektro- und Dieselmotoren den Antrieb von Lokomotiven und Triebwagen im Original dominieren, stehen Dampflokomotiven in der Beliebtheit ganz hoch in der Gunst bei dem heutigem Modellbahn-Nachwuchs. Ein Grund dafür ist sicherlich der Antrieb von Dampflokomotiven. Der Dampf strömt in die beiden Antriebs-Zylinder rechts und links und bewegt dabei einen Kolben, der über das Gestänge eine Achse des Modells direkt antreibt. Über die Kuppelstange werden dann die anderen Treibräder von dieser Mechanik direkt mit bewegt. Der komplette Antrieb ist somit außen angebaut und macht so in unnachahmlicher Weise Bewegung sichtbar. Im Original kommen dann natürlich noch die für Dampfloks typischen Arbeitsgeräusche hinzu, die jede fahrende Dampflok zu einem einmaligen Erlebnis machen.

In der jetzt bevorstehenden Sommersaison werden übrigens wieder überall Dampfloks in Museen und auf Sonderfahrten zu bewundern sein. Von daher unser Ausflugstipp, diese bevorstehenden Veranstaltungen zu nutzen um einmal diese faszinierende Technik im Original erleben zu können. Schlagt dies doch einmal euren Eltern vor. Ein solcher Tag ist auf jeden Fall ein beeindruckendes und bleibendes Erlebnis.

Ein sehr beliebtes Dampflokmodell ist die Rangierlok mit der Artikelnummer 36321. Diese Dampflok der Baureihe 81 ist seit vielen Jahren ein Dauerbrenner im Märklin-Sortiment und es ist sehr gut möglich, dass sich schon euer Großvater im Kindesalter über dieses Modell als Geschenk gefreut hat. Denn dieses Modell ist bereits seit ca. 60 Jahren in unterschiedlichen Ausführungen im Angebot. Damals natürlich noch als rein analog gesteuerte Variante. Die Versionen mit einem eingebauten Mehrzugdecoder sind erst in den letzten 30 Jahren hinzugekommen.

Das Modell 36321 besitzt einen sogenannten "fx-Decoder". Es besitzt daher eine Adresse im MM2-Format, über die das Modell von jeder passenden Digitalsteuerung angesprochen werden kann. Dies sind neben der IR-Steuerung, auf die wir uns hier primär konzentrieren, natürlich auch die Mobile Station und die Central Station, aber auch frühere Mehrzuggenerationen wie das Delta-Fahrgerät oder die Control Unit 6021. Eingestellt ist bei diesem Decoder ab Werk die Adresse 78. Dies entspricht bei dem IR-Handregler übrigens der Adresse 1. Das Modell selbst besitzt als schaltbare Funktion die Stirnbeleuchtung, die entsprechend der Fahrtrichtung leuchtet. Fährt das Modell vorwärts mit dem Schornstein voran, dann leuchten dort die drei Stirn-lampen bei eingeschalteter Lichtfunktion. Fährt das Modell hingegen rückwärts mit dem Kohlebunker voran, dann leuchten die Stirnlampen auf dieser Seite.

Der eingebaute Decoder besitzt übrigens eine eingebaute Motorregelung. Diese Technik, die vor gut 20 Jahren in den damaligen Premium-Modellen im Märklin H0-Sortiment eingeführt wurde, gehört heute zur Standard-Ausrüstung einer jeden Märklin Lok im Start Up-Sortiment. Der Motor wird dabei in seinem Verhalten während des kompletten Betriebs von der Elektronik überwacht. Stellt die Elektronik zum Beispiel fest, dass der Motor sich an einer Steigungsstrecke schwer tut, dann wird mehr Strom und damit mehr Leistung zum Bewältigen dieser Aufgabe zur Verfügung gestellt. Kommt das Modell hingegen bei einer Bergabfahrt von alleine ins Laufen, dann regelt die Elektronik die Stromzufuhr zurück, um so den entstehenden Geschwindigkeitsunterschied zu minimieren. Das Ergebnis ist somit ein Fahrverhalten dieser Start-Lok, was viele ältere Digitalloks wohl vor Neid erblassen lässt.

Zum Steuern dieser Lok sind die beiden Tasten für die Geschwindigkeitserhöhung und -verminderung die am häufigsten benötigten Tasten. Sie müssen dabei länger gedrückt werden, bis die höchste Fahrstufe erreicht ist oder die Lok wieder den Befehl zum Anhalten erhält. Damit wird bereits manuell das Verhalten einer Originallok nachgeahmt, die ja auch wegen der Trägheit und der bewegten Masse eine längere Zeit benötigt, bis eine höhere Geschwindigkeit erreicht ist oder bis der Zug abgebremst wird. Dieses Verhalten wird auch als Anfahr- und Bremsverzögerung bezeichnet. Bei dem Decoder im Artikel 36321 wird dies aber nicht nur durch das Verhalten des Spielers erreicht. Auch die Elektronik selbst beherrscht diese Regelung. Aber dies wird dann bereits das Thema in unserer nächsten Folge sein.