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Technik erklärt: die IR Steuerung 05

In den bisherigen Folgen dieser Technik-Reihe haben wir die unterschiedlichsten Funktionen in den Loks kennengelernt. Neben den unterschiedlichsten Lichteffekten waren dies neben dem schaltbaren Rauchgenerator vor allen Dingen die umfangreichen Soundfunktionen, die das heutige Modellbahnspiel immer mehr prägen.

Einige weitere Spielfunktionen wollen wir trotzdem noch gerne ansprechen:

 

TELEX-KUPPLUNG

Hierunter versteht man eine automatische Kupplung, mit der man den angehängten Wagen an eine Lok an jeder beliebigen Stelle der Modellbahn abhängen kann. Die heutigen TELEX-Kupplungslösungen funktionieren nur im Digitalbetrieb und nicht im Betrieb mit einem analogen Fahrgerät. Der Vorteil der TELEX-Kupplung lernt man vor allem beim Rangieren kennen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass häufig Lokmodelle, die auch im Vorbild für den Rangierbetrieb herangezogen werden, mit dieser speziellen Kupplung ausgestattet sind. Vom Betrieb her ist diese Automatikkupplung für die Verwendung zusammen mit dem Kurzkupplungskopf optimiert. Aber eine sauber justierte Relex-Kupplung kann ebenfalls damit eingesetzt werden.

RANGIERGANG

Diese Funktion besitzen fast alle heutigen Digitalloks und wird auch als "ABV aus" in der Funktionsliste bezeichnet. Die Digitalloks besitzen in fast allen Fällen eine einstellbare Anfahr- und Bremsverzögerung, mit der die Masseträgheit nachgeahmt werden kann. Wie beim Vorbild fährt eine Lok dann nicht direkt mit der neuen vorgegebenen Geschwindigkeit, sondern beschleunigt und bremst entsprechend träge, bis die neue Wunschgeschwindigkeit erreicht ist. Dies kann in bestimmten Situationen (zum Beispiel beim Rangieren) aber hinderlich sein. Mit dieser Funktion kann man daher die eingestellte Anfahr- und Bremsverzögerung minimieren und so das Modell im direkten Zugriff am Geschwindigkeitsregler haben.

 

MOTORISCH BETRIEBENER PENTOGRAPH

Diese Funktion gehört zugegebenermaßen zu den Ausstattungsdetails der Modellloks in der Highend-Klasse. Wie beim Vorbild kann der Modellbahner hier bei Dienstbeginn die Pantographen ausfahren und nach Dienstende wieder in die Ruheposition bringen. Kleine Motoren ermöglichen dieses Schauspiel, mit dem man jeden Betrachter beeindrucken kann.

Funktionierende Lüftermotoren: bei bestimmten Vorbildern wie zum Beispiel Dampfloks mit Kondenstender sind ein charakteristisches Merkmal die großen Ventilatoren, die sich beim Betrieb drehen. Auch dieses Detail wurde in der Zwischenzeit in verschiedenen Märklin-Modellen als eigenständig schaltbare Funktion realisiert.

Trotz der vielen Funktionsbeispiele, die wir vorgestellt haben, konnten wir hier nur eine Auswahl an den heutigen Funktionen vorstellen, die in den unterschiedlichen heutigen Digital-Modellen enthalten sein können. Mit dem IR-Handregler können wir bis zu fünf dieser Schaltfunktionen auslösen. Es gibt aber eine ganze Reihe von Fahrzeugen, die sogar bis zu 16 (in Zukunft sogar bis zu 32) dieser Funktionen besitzen. Wenn man sich für ein bestimmtes Lokmodell interessiert, sollte man einen Blick auf die Funktionsliste werfen, die bei der Produktbeschreibung im Internet oder im Katalog vorgestellt wird. Als Besitzer des IR-Controllers kann man sich sehr gut an der Funktionsliste für die frühere Control Unit 6021 – dem Vorgänger der Central Station – orientieren.  Auch dieses Gerät kann bis zu fünf Funktionen schalten. 

Die Auswahl an Funktionen, die bei einer Lok über die Funktionen f0 bis f4 geschaltet werden können, sind übrigens bei den heutigen mfx-Decodern nicht fest eingestellt. Sie können auf Wunsch mit einer Central Station 60215 geändert werden. Wer einen IR-Controller hat und ein Modell mit mehr als fünf Funktionen kaufen möchte, kann sich daher vor dem Kauf überlegen, welche Funktionen genau er schaltbar haben möchte. Wer zum Beispiel den Rangiergang nicht benötigt, dafür aber lieber das Signalhorn auslösen möchte, kann vom Händler mit einer Central Station dies eingestellt bekommen. Der Fachbegriff für diese Zuordnung der Funktionen lautet übrigens "Funktionsmapping". 

Auch die Kombination von Funktionen kann eingestellt werden. Besitzt ein Triebwagen zum Beispiel eine schaltbare Stirnbeleuchtung und eine separat schaltbare Innenbeleuchtung, dann kann mit Hilfe des Funktionsmappings bei einem mfx-Decoder eingestellt werden, dass beide Funktionen zusammen unter f0 geschaltet werden. Die bisherige Funktionstaste für die Innenbeleuchtung ist damit frei und kann für das Schalten einer anderen Funktion genutzt werden.

In der nächsten Ausgabe werden wir uns einige Lokbeispiele konkret ansehen, die wir so mit dem IR-Controller optimiert steuern können.