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Technik erklärt: die IR-Steuerung 04

DIE IR-STEUERUNG

Die bisherigen Schaltfunktionen der Modellbahn, die wir wahlweise auch bereits mit dem IR-Controller aus dem Start Up Startsets bedienen können, sind primär ein optisches Erlebnis gewesen. Die größten Entwicklungsschritte gibt es sicherlich bei den diversen Soundfunktionen, die bei der heutigen Modellbahn nicht mehr wegzudenken sind. Dabei können wir verschiedene Gruppen von Soundfunktionen unterscheiden.

 

DIE BETRIEBSGERÄUSCHE

Egal, ob es sich um eine Dampf-, Diesel- oder E-Lok handelt. Fast jede Lok-Bauart zeichnet sich durch charakteristische Geräuschbilder bei unterschiedlichen Fahrzuständen und Geschwindigkeiten aus. Bei Dampfloks spielen zum Beispiel die Anzahl der Antriebszylinder eine entscheidende Rolle. An der Abfolge der Auspuffschläge hört ein Spezialist sofort heraus, ob es sich um eine Dampflok mit zwei, drei oder vier Arbeitszylindern handelt. Bei den Dieselloks ergibt sich der jeweils charakteristische Sound neben dem Hubraum und der Zylinderanzahl der Verbrennungsmotoren vor allem durch das verwendete Antriebskonzept. Lokmotoren glänzen nicht nur mit einer hohen Leistung, sondern auch mit einem Drehmoment, bei denen die von den Autos her bekannten Getriebekonstruktionen deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Daher sind hydraulische Getriebelösungen, bei denen die Kraft über flüssiges Öl weitergegeben wird, genauso zu finden wie auch die Umwandlung der Leistung der Dieselmotoren in elektrischen Strom, der dann starke Elektromotoren an den Antriebsachsen antreibt. Jedes dieser Konzepte ergibt ein sehr charakteristisches Geräuschbild, das der Modellbahner heutzutage bei seinen Modellen immer häufiger erleben darf. Und auch die unterschiedlichen Generationen von Elektroloks geben häufig sehr charakteristische Geräuschbilder von sich, die sogar den Bauarten bestimmte Spitznamen eingebracht haben. Wer eine BR 141 im Original erlebt, kann z. B. deren Spitzname "Knallfrosch" sehr gut nachvollziehen.

 

DIE NEBENGERÄUSCHE

Verschiedene Nebenaggregate und Vorrichtungen an den Loks ergeben ein zusätzliches Klangbild, das häufig nur eine kurze Zeit zu hören ist. Dies können Kompressoren und Luftpumpen, Abgasturbinen oder Anlasser, Pumpen oder Lichtmaschinen sein, die das Betriebsgeräusch erst so richtig abrunden. Wer das Betriebsgeräusch einer modernen Märklin H0-Lok einschaltet, erhält über mehrere Sekunden zuerst die typischen Geräusche bei Betriebsbeginn, bevor die charakteristischen eigentlichen Fahrgeräusche wiedergegeben werden. Ein Genuss für jeden Eisenbahnkenner. Viele dieser Funktionen können auch manuell eingeschaltet werden, sind häufig aber auch zufallsgesteuert im sonstigen Betriebsgeräusch mit eingebaut.

Die Geräusche und Musik des Gesellschaftswagen (Art.43868) können individuell zusammengestellt werden.

SITUATIONEN AUS DEM BETRIEB

Zu dieser Kategorie gehören Durchsagen am Bahnhof genauso wie verschiedene Arten von Lokpfiffen oder Streckenfunk. Zu immer mehr Betriebszuständen erzeugen die heutigen Sounddecoder immer häufiger die passenden Durchsagen, und akustische Warnungen. Dabei dürfen diese Durchsagen auch gerne in einer landestypischen Sprache oder in einem Dialekt verfasst sein. Je nach Region, in der das Vorbild normalerweise aktiv ist.

 

GERÄUSCHE AUS DEM LEBEN

Eine Besonderheit stellen Alltagsgeräusche dar. Hierzu gehört Musik in einem Gesellschaftswagen, das Geräusch von brutzelndem Fett in der Pfanne eines Kochs im Speisewagen oder die Schnarch-Geräusche eines Mitfahrers im Schlafwagen. Diese Vielfalt, die dieser Bereich anbietet, sorgt alleine dafür, dass die Beispiele an unterschiedlichen Geräuschen in den verschiedenen Modellen immer weiter wachsen. Kombinationen von Sound- und Lichteffekten, wie zum Beispiel Musik zusammen mit passender Lichtorgel im Gesellschaftswagen, runden diese Effekte natürlich zusätzlich ab.

 

WAR ES DAS SCHON AN MÖGLICHEN SPIELFUNKTIONEN?

Nein, auch in der nächsten Ausgabe stellen wir weitere Schaltfunktionen vor, die heutige Modellbahnen in immer größerer Anzahl an Varianten zur Verfügung stellt.