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Technik erklärt: die IR-Steuerung 02

Die grundlegenden Bedienschritte um eine Lok mit dem IR-Controller aus den Start-Up Start-Sets steuern zu können haben wir in den letzten beiden Folgen kennengelernt. Aber wir haben noch eine ganze Reihe von Tasten übrig, die wir natürlich auch für unser Spiel mit der Modelleisenbahn für uns erobern wollen.

Es ist übrigens erst ca. 25 Jahre her, dass die ersten Digitalsysteme bei der Modellbahn angeboten wurden, bei denen mehr als eine schaltbare Zusatzfunktion genutzt werden konnte. Und heute sind wir soweit, dass die Steuerung im Startset bereits bis zu fünf verschiedene schaltbare Funktionen bedienen kann. Welche Funktionen in einem Modell tatsächlich schaltbar sind, hängt von der technischen Ausführung ab Werk ab. Nachfolgend wollen wir beginnen, die Vielfalt an Schaltfunktionen, die bisher in den verschiedensten Modellen schon einmal realisiert wurden, vorzustellen:

SCHALTBARE STIRNBELEUCHTUNG

Die ersten Lokomotiven, die vor knapp 200 Jahren zum Einsatz kamen, wurden nur am Tag eingesetzt und besaßen noch keine Beleuchtung. Ein Betrieb während der Nacht war am Anfang auch noch nicht üblich. Erst später wurden Laternen an der Frontseite befestigt, um die Lok für den Gegenverkehr oder für kreuzende Fahrzeuge an Bahnübergängen früher erkennbar zu machen. Dieses Licht hatte somit primär nicht die Aufgabe die Sicht für den Lokführer zu verbessern. Es diente der besseren Erkennbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer. Heutige Loks besitzen natürlich deutlich leistungsfähigere Lampen als die ersten Dampfloks. Aber auf Sicht kann man damit immer noch nicht fahren. Wenn ein ICE-Lokführer im Scheinwerferlicht heute ein Hindernis erkennen würde, besitzt er auf jeden Fall nicht mehr die Möglichkeit den Zug davor anzuhalten. Er muss sich daher darauf verlassen, dass die Signale richtig stehen und eine freie Strecke vorhanden ist, wenn er die Signalstellung "Freie Fahrt" angezeigt bekommt.

Die Anzahl der Stirnlampen hat sich im Laufe der Eisenbahngeschichte immer wieder verändert. Lange Zeit besaßen die Fahrzeuge an der Stirnseite zwei Lampen. Um sie besser von Lastkraftwagen unterscheiden zu können, haben die Fahrzeuge heute aber drei Lampen. Zwei Scheinwerfer unten und einen in der Mitte oben. Wobei wir natürlich einschränkend sagen müssen, dass dies für Deutschland so gilt und im Ausland teilweise davon abweichen kann.

Am Ende eines Zuges findet man heute üblicherweise zwei rote Lampen. Fährt eine Lok alleine ohne angehängte Wagen, dann sollte diese daher auch hinten zwei rot leuchtende Lampen besitzen. Befindet sich hinter der Lok jedoch ein Zug, dann sind die roten Lampen am letzten Wagen eingeschaltet. Der ICE 36712 besitzt daher zum Beispiel drei weiße Stirnlampen vorne, die auf Wunsch auch ausgeschaltet werden können, und zwei rote Lampen am hinteren Steuerwagen. Eine E-Lok wie die BR 185 (z.B.36600) besitzt ab Werk eine schaltbare Stirnbeleuchtung (drei Stück vorne), die mit der Fahrrichtung wechselt. Die jeweilige Führerstandseite, die sich in Fahrrichtung vorne befindet, hat dann bei eingeschalteter Stirnbeleuchtung dort die Lampen eingeschaltet. Man kann daher durch diese Stirnbeleuchtung bei dieser Lok auch feststellen, welche Fahrtrichtung aktuell gewählt ist.

Ein Lokführer kann übrigens bei einer Lok jede einzelne Lampe ein- und ausschalten. Somit können sehr unterschiedliche Lampenkonstellationen eingeschaltet werden, die zum Beispiel Auskunft über den aktuellen Betrieb geben oder aber auch zur Warnung vor Gefahren genutzt werden können. So weitgehend ist die Beleuchtung in einer Modellbahn (noch) nicht einstellbar. In der nächsten Ausgabe werden wir aber eine ganze Reihe weiterer Lichteffekte kennenlernen, die schon heute über die Schaltfunktionen nutzbar sind.

 

 

 

 

Bei den Märklin-Produkttexten in den Katalogen sind kleine Grafiken, sogenannte "Piktogramme" zu finden, kurz auch "Piktos" genannt. Eine dieser Zeichnungen gibt Auskunft darüber, welche Beleuchtung dieses Modell besitzt und ob sich diese Beleuchtung mit der Fahrtrichtung verändert oder nicht.