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Stellwerk

DAS STELLWERK

Ein Stellwerk ist eine ortsfeste Bahnanlage der Eisenbahn zur Steuerung des Bahnbetriebs. Sie dient der Stellung von Weichen und Gleissperren, stellt Abhängigkeiten zwischen den Fahrwegelementen (z.B. Weichen) und Signalen her und bindet Bahnübergangssicherungsanlagen in die Sicherungslogik ein. An das Stellwerk angeschlossen kann eine Gleisfreimeldeanlage sein, die den aktuellen Belegungszustand der Gleise überwacht. Wo eine solche Anlage nicht vorhanden ist, muss ein Bediener das Freisein der Gleise innerhalb von Bahnhöfen und Abzweig- bzw. Überleitstellen durch Hinsehen prüfen. Wenn dies erforderlich ist, muss das Stellwerk in erhöhter Position stehen, sodass der Bediener durch das Fenster den Fahrwegprüfbezirk vollständig überblicken kann.

 

ARTEN VON STELLWERKEN

Mechanische, elektrische oder elektronische Abhängigkeiten zwischen diesen Elementen kennzeichnen die technisch-historischen Entwicklungsstufen der Stellwerke. Die im Stellwerk tätigen Mitarbeiter sind die Fahrdienstleiter, Weichenwärter und Zugmelder.

Im Jahr 2015 waren im Netz der Deutschen Bahn insgesamt 3.090 Stellwerke in Betrieb, die sich wie folgt aufteilten:

    839 mechanische Stellwerke (Anteil am Gesamtbestand: 27 Prozent)

    339 elektromechanische Stellwerke (Anteil am Gesamtbestand: 10 Prozent)

    1.397 Relaisstellwerke (Anteil am Gesamtbestand: 45 Prozent)

    424 elektronische Stellwerke (Anteil am Gesamtbestand: 13 Prozent)

    91 sonstige Bauformen (Anteil am Gesamtbestand: fünf Prozent)

DIE RÜHE GESCHICHTE DES STELLWERKS

In den frühen Tagen der Eisenbahn sprach man vom „Zentralapparat“. Das Wort brachte die revolutionäre Idee auf den Punkt. Bis dahin arbeiteten an den Signalen die Signalsteller. Ihr Arbeitsplatz war ziemlich gefährlich, da sie oft die Gleise überqueren mussten – bei Wind und Wetter. Vom Zentralapparat aus konnte ein Eisenbahner mehrere Signale gleichzeitig bedienen. Praktischerweise ließ sich der Zentralapparat in einem Gebäude installieren. Der Stellwerker – die Bezeichnung gab es natürlich erst später – musste nicht mehr im Freien arbeiten.

1843 errichtete Sir Hutton Charles Gregory den ersten Zentralapparat. Drei Jahre später hatte er eine weitere gute Idee. Er baute eine Stellvorrichtung für Weichen ein. Nunmehr konnte der Stellwerker Weichen und Signale bedienen. Zuvor hatte es extra Weichensteller gegeben. In den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts schufen dann mehrere Erfinder die sogenannten „Verschlüsse“. Diese sicherten Weichen und Signale, die voneinander abhängig waren. Abhängigkeiten gibt es zum Beispiel an Punkten, an denen zwei Strecken aufeinander treffen. Je nachdem, ob die Weiche auf „Geradeaus“ oder auf „Abzweig“ gestellt ist, muss eines der beiden Signale „Halt!“ zeigen. Ein Verschluss stellte sicher, dass dies wirklich geschah.

Bei Siemens wurde später ein Streckenblock mit Wechselstrom entwickelt.  Sowie ein Zug in einen Gleisabschnitt einfuhr, schlossen die Räder und Achsen einen Stromkreis, der das Signal hinter dem Zug auf „Halt!“ stellte. „Fahrt frei“ konnte ein Signal nur zeigen, wenn kein Strom in dem Streckenblock floss, den es sicherte. Somit war es möglich, auch längere Strecken über Stellwerke zu steuern. Zuvor konnten Stellwerke nur den Bereich betreuen, den die Eisenbahner im Auge hatten.

FORM- UND LICHTSIGNALE

Natürlich war es immer besser, wenn Menschen die Gleise und Züge beobachteten. Vor allem in Bahnhöfen achteten die Stellwerker deswegen nicht nur auf die Technik, sondern schauten auch aus dem Fenster. Die Bahn stattete die Stellwerke daher mit großen Fensterscheiben aus. Doch damit nicht genug. Sie platzierte die Stellwerke auch so, dass die Stellwerker möglichst nicht direkt in die Sonne blicken mussten.

Einen weiteren Punkt musst du nicht beim Stellwerksbau, sondern beim Aufstellen der Signale beachten. Ein Stellwerk steuert entweder Formsignale oder Lichtsignale.