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Die Meister aus GB

EIN MEISTER AUS GROSSBRITANNIEN

Bei der Vorstellung der großen Eisenbahnpioniere geht es heute als erstes in die wunderschöne Stadt Edinburgh in Schottland. Hier wurde nämlich ein Konstrukteur geboren, der die schnellste Dampfeisenbahn aller Zeiten entworfen hat. Es ist Herbert Nigel Gresley.
 

DIE FRÜHEN JAHRE

Gresley wurde 1876 geboren. Im Gegensatz zu vielen anderen späteren, wichtigen Eisenbahningenieuren beschränkt sich das Wissen über Herbert Nigel Gresleys Leben nicht nur auf seine Erfindungen. Schon recht früh entwickelte er ein tolles Gespür für technische Zeichnungen. Einer seiner Entwürfe, den er mit 14 Jahren gezeichnet hat, hängt heute im Institution of Mechanical Engineers (IMechE), einer britischen Ingenieurgesellschaft, ähnlich dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Nachdem er seine Ausbildung am Marlborough College abgeschlossen hatte, fing er bei Crewe Locomotive Works in London zu arbeiten. Es folgten Anstellungen bei der North Western Railway Company und anderen Firmen. Seine Fähigkeiten baute er dabei sehr schnell aus. 1899 lernte er übrigens seine spätere Frau Ethel Frances Fullagar kennen, die er 1901 heiratete.

EINZIGARTIGE KONSTRUKTIONEN

1911 wurde er Leiter für Lokomotiven bei der Great Northern Railway, um dann ab 1923 für die London and North Eastern Railway (LNER) zu arbeiten. In dieser Zeit konstruierte er einige der bekanntesten Dampflokomotiven in Großbritannien. Dazu zählt auch die LNER-Klasse A4.

Die Nummer 4468 ist die Bekannteste. Du kennst sie bestimmt unter dem Namen Mallard. Diese erreichte 201,2 km/h und das ist bis heute der Geschwindigkeitsrekord für Dampfloks.

Eine Steuerung für Innenzylinder ist auch heute noch als „Gresley-Steuerung“ bekannt. In Amerika verwendete die ALCO eine Lizenz dafür. Somit wurde auch die legendäre Klasse 9000 und die 2'F1' damit ausgestattet. 


ZU GUTER LETZT

Ab 1936 war Gresley auch Präsident der Institution of Mechanical Engineers. In diesem Jahr wurde er durch König Edward VIII zum Ritter geschlagen und durfte sich fortan Sir Nigel Gresley nennen. Fünf Jahre später, 1941 verstarb der großartige Ingenieur.

 

Fotos: Peter Thöny