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Schützendes Dach – Teil 1


Auch im Maßstab 1:87 möchten Lokomotiven nicht im Freien übernachten. Auf deiner Märklin-Anlage ist bestimmt noch Platz für einen Lokschuppen. Es muss ja nicht gleich ein Rundhaus mit 26 Ständen sein.

Schon die erste deutsche Eisenbahn baute eine Unterkunft für ihre Lokomotive. Der „Adler“ rollte nach erledigter Arbeit in die „Remise“, wie man damals sagte. Sie war zweigleisig und beherbergte auch die Wagen. Auch die anderen Bahngesellschaften bauten von Beginn an Lokomotivschuppen. Die Maschinen waren teuer und wertvoll, wurden daher gehegt und gepflegt. Wer als erstes das Wort „Lokomotivschuppen“ benutzte, ist nicht bekannt. Durchgesetzt hat es sich fast überall; vor allem in Sachsen blieb der Begriff „Heizhaus“ noch lange in Gebrauch. Insbesondere auf den Schmalspurbahnen verwenden ihn viele bis heute. Auf den meisten Schmalspurbahnen werden ja tatsächlich täglich Dampflokomotiven angeheizt. Elektro- und Diesellokomotiven brauchen keinen Druck im Kessel. Daher stellt die Bahn ihre Fahrzeuge im Freien ab. Im Prinzip ist das kein Problem, doch vor allem im Winter macht sich die Witterung bemerkbar. Im Schuppen oder zumindest unter Dach stehen Fahrzeuge immer besser als im Freien. Daher wollen wir uns an den Bau eines Lokschuppens für die Märklin-Lokomotiven machen.

 

Schritt 1: Hannes und Tim basteln Geräteschuppen, die unweit des Lokschuppens stehen. Auf einen Träger aus Karton kleben sie zurechtgeschnittenes Holzfurnier.

 

 

Schritt 2: Manuel bohrt die Löcher für die Zaunpfähle in die Grundplatte. Fabian passt auf, dass nichts daneben geht.

 

Bahntriebwerk oder Einsatzstelle?

Die Bahn kennt im Prinzip zwei Stellen mit Lokschuppen. Das Bahnbetriebswerk ist eine größere Einrichtung. In ihm werden die Lokomotiven nicht nur abgestellt, sondern auch betreut. Früher reichten die Arbeiten vom Bekohlen bis hin zum Auswaschen der Rauchkammer. Heute genügt es gewöhnlich, die Lokomotiven durchzusehen. Diesellokomotiven müssen zudem betankt werden. Von Zeit zu Zeit laufen die Maschinen durch die Waschstraße. Fast alle Arbeiten finden in Hallen statt. Ansonsten stehen die Lokomotiven vielfach draußen.

 

Schritt 3: Macht Siegfried da etwa mit dem Stechbeitel die Grundplatte kaputt? Keineswegs. Er bereitet nur die Schlaglöcher im Asphalt vor – ein schönes Detail auf der Laderampe.

 

 

Schritt 4: Am Rande der Ladestraße trägt Julian ein Gemisch aus Leim, Wasser und Sägemehl auf. Es imitiert den Straßenrand. Mit demselben Gemisch füllt er dann teilweise die Schlaglöcher.

 

Ein Bahnbetriebswerk im Maßstab 1 : 87 nachzubauen, erfordert einiges an Platz. Den haben nur wenige. Überall hin passt eine Einsatzstelle für Lokomotiven. Sie befindet sich zum Beispiel am Ende einer eingleisigen Nebenstrecke. Der Lokschuppen beherbergt ein, zwei Maschinen. Mitunter gibt es eine kleine Bekohlung oder eine Tankstelle. Spielt deine Anlage zu Zeiten des Dampfbetriebes, solltest du darüber nachdenken, einen Wasserkran aufzustellen. Durst hatten die schwarzen Rösser nämlich immer.

Manche Einsatzstellen verfügten über Räume, in denen Personal übernachten konnte. Mitunter waren sie Teil des Lokschuppens, mitunter errichtete die Bahn ein eigenes Haus. Gewöhnlich bemühte sich die Bahn aber, die Pläne so zu gestalten, dass die Mitarbeiter daheim nächtigen durften. Heute spielen solche Überlegungen keine große Rolle mehr.

 

Schritt 5: Während Julian im Vordergrund die Flächen vor dem Lokschuppen gestaltet, kümmert sich Manuel im Hintergrund um das Gleisbett.

 

 

Schritt 6: Fabian bringt den aufgestreuten Schotter in Form.


Teil 2 der Bastelanleitung findest du im nächsten Heft und dann auch hier auf der Website ...

Torsten Berndt

Modellbau: Modellbahn-AG der Schule Schrozberg unter Leitung von Marliese und Siegfried Gehringer
Baufotos: Marliese und Siegfried Gehringer; Szenenfotos: Michael Robert Gauß

 

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