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Wagenset aus Preussen

Seit über 175 Jahren fahren Eisenbahnen kreuz und quer durch die verschiedenen Länder. Diese lange Zeit wird in der Modelleisenbahn nach Epochen unterteilt. Damit kann man Lokomotiven und Wagen schneller zuordnen. Heute schauen wir uns ein schönes Wagenset aus der Epoche 1 an.
 

LÄNDERBAHN

Das „Wagen-Set Preußische Personenwagen“ (Art.4035) stammt aus der Epoche 1 und das war auch die sogenannte Zeit der Länderbahnen. Das bedeutet, dass in der Zeit von 1871 bis 1920 die einzelnen deutschen Länder jeweils ihre eigene Bahn hatten und es keine einheitlichen Standards gab. Es war aber eine Zeit in der viele unterschiedliche Lokomotiven und Wagen fuhren. Das macht diesen Abschnitt sehr interessant und spannend.

Das Wagenset der Preußischen Staatseisenbahn hat je ein Personenwagen der 1./2. Klasse, 3. Klasse, 4. Klasse und 1 Gepäckwagen mit erhöhtem Zugführerabteil. Wie du siehst, gab es damals mehr Klassen als heute. Die Preußische Staatseisenbahn war übrigens Eigentum des Staates Preußen, den es heute aber nicht mehr gibt. Die offizielle Bezeichnung der preußischen Bahnen war bis 1896 „Königlich Preußische Staatseisenbahnen“ (K.P.St.E.), danach aufgrund des Zusammenschlusses mit der hessischen Bahn bis 1918 „Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Staatseisenbahn“ (K.P.u.G.H.St.E.), und bis zur Verstaatlichung 1920 schließlich „Preußische Staatsbahn“ (P.St.B.).
 

DIE PASSENDE LOKOMOTIVE

Wenn du einen entsprechenden Zug zusammenstellen möchtest, passt besonders die T 12 der Königlich Preußischen Staatseisenbahnen (Art.36741) dazu.

DIE T12

Die T12 befuhr ab 1905 in großer Stückzahl die Gleise. Zunächst besonders in der Region Berlin (durch die Preußischen Staatsbahn), später fuhren Lokomotiven dieses Typs auch in Elsaß-Lothringen, bei Lübeck und bei Halberstadt-Blankenburg. Die ersten Loks standen sogar schon 1902 zur Verfügung, aber erst drei Jahre später begann die Serienproduktion. Insgesamt wurden 1014 Lokomotiven dieses Bautyps hergestellt. Nachdem sie sich in Berlin gut bewährt hatte, aber auch im Zuge der Elektrifizierung der Berliner Strecken, wurde sie verstärkt im Personenverkehr, im leichten Güterverkehr und auch bei Rangiertätigkeiten eingesetzt. Eben eine sehr flexible Lok. 1925 übernahm die Reichsbahn fast alle einsatzfähigen Loks dieses Typs. Einige Exemplare wurden auch von der Saarbahn sowie anderen Bahnen übernommen und in BR 74 umbenannt.

STÄRKEN DER T12

Neben der schon erwähnten Flexibilität, hatte die Lok eine besondere Stärke, die speziell auf ihre ersten Einsatzgebiete passte. Die Bahnhöfe auf den Berliner Strecken lagen sehr dicht beieinander und so musste die T12 schnell beschleunigen können, um eine ordentliche Reisegeschwindigkeit zu erreichen. Mit ihren 669 KW war sie sehr stark für die damaligen Verhältnisse. Die T 12 war daher eine sehr leistungsfähige und spurtstarke Lokomotive, die ihre Leistung in beiden Fahrtrichtungen entfalten konnte.