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T12 Preußen

SPURTSTARK: DIE PREUSSISCHE T12

Tenderlokomotiven werden meist auf kurzen Strecken eingesetzt. Ihr Vorteil gegenüber den Schlepptenderlokomotiven liegt darin, dass sie weniger Energie verbrauchen und in beide Richtungen fast gleich schnell fahren können. Das ist bei Strecken mit Endpunkten ein großer Vorteil, da die Loks nicht wenden müssen. Diese Vorteile genießt auch die T12!

 

UNABHÄNGIGE TENDERLOKOMOTIVE

Generell muss eine Tenderlokomotive alle Vorräte, die sie zum Betrieb braucht, selber mitführen. Das bedeutet Wasser, Kohle oder andere Brennstoffe müssen auf der Lok sein. Die Brennstoffe sind meist hinter oder vor dem Führerstand untergebracht, während sich die Wasservorräte in seitlichen Tanks oder in Wasserkästen befindet. Ein besonderes Problem haben Tenderlokomotiven allerdings: die Abnahme des Gewichts beim Verbrauch von Wasser und Brennstoff. Damit geht ein Reibungsverlust einher, der sich negativ auf die Zugkraft auswirkt. Um hier etwas entgegenzuwirken sind deshalb die Vorräte meist über dem hinteren Laufgestell verstaut. Viele Tenderlokomotiven haben Achsfolgen wie 1'C2' und 1'D2'.
Nach dem kleinen Ausflug ins generelle Reich der Tenderlokomotiven erfährst du nun einiges über die T12. 

DIE T12

Die T12 befuhr ab 1905 in großer Stückzahl die Gleise. Durch den Einsatz im Dienste der Preußischen Staatsbahn zunächst vor allem in der Region Berlin, aber auch in Elsaß-Lothringen, bei Lübeck und bei Halberstadt-Blankenburg fuhren Lokomotiven dieses Typs. Die ersten Loks standen bereits 1902 zur Verfügung. Erst drei Jahre später begann die Serienproduktion. Insgesamt wurden 1014 Lokomotiven dieses Bautyps hergestellt. Nachdem sie sich in Berlin gut bewährt hatte, aber auch im Zuge der Elektrifizierung der Berliner Strecken, wurde sie verstärkt im Personenverkehr, leichten Güterverkehr und auch bei Rangiertätigkeiten eingesetzt. Wie du siehst, ist die T12 eine sehr flexible Lok. 1925 übernahm die Reichsbahn fast alle einsatzfähigen Loks dieses Typs. Einige Exemplare wurden auch von der Saarbahn und anderen Bahnen übernommen. Fortan war sie auch unter der Bezeichnung BR 74 unterwegs.

STÄRKEN DER T12

Neben der schon erwähnten Flexibilität, hatte die Lok eine besondere Stärke, die speziell auf ihre ersten Einsatzgebiete passte. Die Bahnhöfe auf den Berliner Strecken lagen sehr dicht beieinander und so musste die T12 schnell beschleunigen können, um eine ordentliche Reisegeschwindigkeit zu erreichen. Mit ihren 669 KW war sie sehr stark für die damaligen Verhältnisse.

 

BESONDERE AUSFÜHRUNGEN

Von der Lübeck-Büchener Eisenbahn wurden 1938 elf BR 74 übernommen und fünf davon wurden mit einer Stromlinienverkleidung ausgestattet. Diese fuhren schneller und wurden erst 1948 wieder zurückgerüstet. Allerdings waren sie an dem tropfenförmig auslaufenden Kohlekasten später noch zu erkennen.

 

LETZTE JAHRE

Heute gibt es kaum noch Lokomotiven dieser Bauart. Der offizielle Dienst der T12 endete 1968. Bis dahin wurde sie in den damaligen beiden deutschen Staaten eingesetzt. In der BRD wurde sie vor allem bei der Hamburger S-Bahn eingesetzt. Die Lok konnte bis zu 80 km/h fahren.

Nach 1945 fuhr auch bei der ÖBB ein BR 74, bis sie nach einem Unfall 1955 verschrottet wurde. Die DDR hatte noch vier Exemplare in Betrieb, deren Zeit ging aber 1968 zu Ende.

Heute gibt es nur noch drei Exemplare. Eine Maschine kannst du in Polen finden.

Die T12/ BR 74 hatte eine lange und erfolgreiche Zeit hinter sich gebracht.

UND NUN WIEDER DA

Das wirklich schöne ist aber, dass es dieses wunderbare Modell nun auch von Märklin Start up in H0 gibt. Die T12 (Art.-Nr. 36741) ist einfach eine Lok aus der Epoche I zum Gernhaben. Wenn du einen zeitgerechten Zug fahren willst, eignet sich das Wagen-Set Preußische Personenwagen (Art.-Nr. 4035) hervorragen dazu.

 

SCHON GEWUSST?

Tenderlokomotiven können teilweise auch richtig schnell fahren. Mit Stromlinienverkleidung und als Schnellfahrlokomotive sind Geschwindigkeiten bis zu 175 km/h erreicht worden.