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Vulkane

Knallrote Lava schießt in hohen Bögen aus der Erde in den dunklen Nachthimmel. Ein fantastischer Anblick. Doch für die Menschen in der unmittelbaren Nähe eines ausbrechenden Vulkans ist das Spektakel höchst gefährlich.
 

DIE ERDE SPUCKT FEUER

Genauer gesagt spuckt die Erde bei einem Ausbruch, auch Eruption genannt, flüssiges Gestein und heiße Gase. Rund 100 Kilometer unter der Erdoberfläche herrschen Temperaturen von bis zu 1.300 °C. Das Gestein schmilzt und gibt dabei Gase frei, die wiederum den Druck in den Magmakammern drastisch erhöhen. Wird dieser Druck zu groß, sucht sich die flüssige Masse ihren Weg an die Erdoberfläche. Dabei nutzt das Magma besonders gerne Risse und Spalten entlang der Kanten der verschiedenen Kontinentalplatten.

 

EIN PHÄNOMEN, VIELE GESICHTER

Vulkane gibt es überall auf der Erde. Forscher gehen von aktuell rund 1.500 aktiven Vulkanen rund um den Globus aus. Täglich kommt es weltweit zu ca. 50 bis 60 Eruptionen. Dabei ist Vulkan nicht gleich Vulkan. Vulkanologen unterscheiden Vulkane nach ihrer äußeren Form, der Art ihres Magmenzufuhrsystems, dem Ort ihres Auftretens, der Art ihrer Tätigkeit sowie nach ihrem Zustand. Da kommen schnell einige Dutzend verschiedener Vulkanarten zusammen. Besonders verbreitet sind Schichtvulkane, Schildvulkane und Schlackenkegel. Doch auch in den Weltmeeren gibt es viele sogenannte submarine Vulkane, deren Anzahl nur vage geschätzt werden kann.

Ein submariner Vulkan nahe Hawaii im Zentralpazifik.
Der Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull in Island.

DER PAZIFISCHE FEUERRING

Der Vulkangürtel mit einer Länge von rund 40.000 Kilometern umgibt den Pazifischen Ozean und verläuft von Chile über Nord-Alaska und Japan bis Südostasien und zu den Pazifischen Inseln. Entlang des Rings befinden sich 90 Prozent der weltweit aktiven Vulkane. Durch die Reibung der pazifischen Platte mit den umliegenden Platten entstehen einerseits Hitze und Druck, die das Gestein zum Schmelzen bringen. Andererseits entstehen besagte Risse, die das Magma zum Aufstieg nutzt.

FEUERBERGE SORGEN FÜR SCHLAGZEILEN

Die verheerendste Eruption seit dem Beginn der Aufzeichnungen war der Ausbruch des Vulkans Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa im Jahr 1815, bei dem rund 90.000 Menschen starben. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island im Jahr 2010. Die ausgetretene Vulkanasche stieg mehrere Kilometer in den Himmel, sodass der Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas eingestellt werden musste. Die aktivsten Vulkane der Welt sind wohl der Kilauea auf Hawaii und der Stromboli auf der gleichnamigen italienischen Insel nördlich von Sizilien. Beide Vulkane spucken seit Jahrzehnten Lava aus, die entweder im Krater verbleibt oder ins Meer abfließt.

 

DIE GUTEN SEITEN

Keine Frage: Vulkanausbrüche sind brutal und zerstörerisch. Allerdings profitieren die Menschen auch auf vielfältige Weise von den Feuerbergen. So ist die Inselkette Hawaii vulkanischen Ursprungs – hier leben die Menschen auf erkalteter Lava, die zu Stein wurde. Viele vulkanische Gesteine werden als Bau- und Industriestoffe verwendet. Basalt ist ein spezielles Vulkangestein, mit dem früher die Straßen gepflastert wurden. Das leichte Vulkangestein Bims dient der Veredelung von Kleidung. Mineralien wie Schwefel und Salpeter werden zu Schießpulver und Kunstdünger verarbeitet. Diese und andere Mineralien sorgen auch dafür, das vulkanische Böden extrem fruchtbar und somit perfekt für die Landwirtschaft geeignet sind. Der wohl angenehmste Nebeneffekt des Vulkanismus sind heiße Thermalquellen, die sich äußerst positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Die Mineralstoffe im heißen Wasser helfen bei Hautkrankheiten und Muskelschmerzen, bei Depressionen und inneren Erkrankungen.