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Schneemobile

ÜBER SCHNEE UND EIS

Der Januar brachte wieder einmal echten Winter nach Europa. Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes und weiße Pracht bis nach Mallorca. Viele Regionen der Erde sind ganzjährig mit Schnee und Eis bedeckt. Hier kommt das Schneemobil zum Einsatz.
 

DIE RAUPE SCHAFFT JEDES GELÄNDE

Das Schneemobil wird auch gerne als Motorschlitten oder Schneemotorrad bezeichnet. Die Sitzposition auf dem Schneemobil erinnert tatsächlich an das Sitzen auf einem Motorrad. Dazu kommt die Armhaltung mit beiden Händen am Lenker. Tatsächlich unterscheiden sich Schneemobile jedoch in einigen wichtigen Punkten vom Motorrad. Statt eines Vorderrades hat ein Schneemobil vorne zwei Kufen, die mit dem Lenker verbunden sind. Zum Gasgeben kommt kein Drehgriff zum Einsatz, sondern ein Daumengashebel. Die Motorkraft wird über eine Keilriemenautomatik auf eine mittig angeordnete Antriebsraupe aus Gummi übertragen. Die Motorleistung reicht in der Regel von etwa 40 bis 300 PS. Fahrer und Fahrzeug sind über ein Kabel verbunden. Löst sich das Kabel, weil der Fahrer vom Fahrzeug fällt, schaltet sich der Motor automatisch ab.

PROPELLER STATT RAUPE

Die Vorläufer der heutigen Motorschlitten hatten Propellerantrieb. Um das Jahr 1900 entwickelten verschiedene Konstrukteure in Russland und Deutschland die ersten „Aerosani“. „Aerosani“ ist russisch, bedeutet „Luftschlitten“ und steht für Propellerschlitten bzw. Schneemobil mit Propellerantrieb. Sie fuhren auf drei bis vier Kufen und waren mit einem Druckpropeller ausgestattet, der von einem Verbrennungsmotor angetrieben wurde. Sie erreichten, je nach Stärke des Motors und Beladung, Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h. 1922 baute Joseph-Armand Bombardier das erste moderne Schneemobil „Ski-Dog“. Daraus wurde später das „Ski-Doo“, das bis heute vom Hersteller Bombardier Recreational Products produziert wird. Weitere bekannte Marken sind Arctic Cat, Polaris und Yamaha Motor.

ARBEITSTIER UND SPASSGARANT

Die Einsatzmöglichkeiten der Schneemobile sind sehr vielseitig. Die nördlichen Teile Nordamerikas, Asiens und Europas sind größtenteils von Eis bedeckt. Vielerorts sind die Landschaften hier schwierig zu passieren. Wo Kraftfahrzeuge mit zwei oder vier Rädern nicht weiter kommen, steigen die Menschen auf Schneemobile um und transportieren Waren und Werkzeuge des täglichen Bedarfs durch unwegsames Gelände. In Mitteleuropa sind Schneemobile weniger im normalen, meist Eis-freien Verkehr, sondern auf den Pisten der Wintersportregionen anzutreffen. Viele Bergrettungsdienste nutzen die Schneemobile zum Transport verletzter Skifahrer und Snowboarder. Wesentlich angenehmer ist die Nutzung des Schneemobils zum eigenen Vergnügen. Wem der herkömmliche Wintersport auf der Piste zu langweilig ist, setzt sich auf das Schneemobil. Die Angebote sind vielseitig. Immer mehr alpine Urlaubsorte bieten Einsteigerkurse und geführte Touren an. Die wohl spektakulärste Art ein Schneemobil zu fahren, zeigen Extremsportler bei Wettkämpfen wie den „X-Games“ im amerikanischen Wintersportort Aspen. Salto? Kein Problem!



 

Photos: Pixabay