DE
EN

Pilatusbahn

STEIL, STEILER, PILATUSBAHN!

Seit 130 Jahren transportiert die Pilatusbahn in der Zentralschweiz die Fahrgäste vom Örtchen Aplnachstad am Ufer des Alpnachersees zum Pilatus Kulm, dem Hausberg der nahegelegenen Stadt Luzern. Die steilste Zahnradbahn der Welt bewältigt dabei die unglaubliche Steigung von bis zu 480 ‰, also 48 %!

ERST DAMPF ...

Bis Mitte der 1930er Jahre fuhr die Bahn im Dampfbetrieb. Am unteren Ende des Triebwagens lag dem Tal zugewandt das Führerhäuschen mit quer zur Fahrtrichtung gelagertem Kessel. Je Fahrt wurden 800 Liter Wasser mit Hilfe von 350 Kilogramm Kohle befeuert. Zusätzliches Gewicht brachten natürlich die beiden Zugführer, der Schaffner und die maximal 32 Passagiere auf die Waage. Mit einem Gewicht von rund 12 Tonnen mühte sich die Pilatusbahn in rund 70 Minuten über die 4,618 Kilometer lange Strecke bis zur Gipfelstation auf 2.073 Metern.

... DANN STROM

1935 erkannten die Betreiber die Notwendigkeit, die Strecke zu elektrifizieren. Die technische Änderung sollte nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld sparen. Nach der Umstellung auf den elektrischen Antrieb wurde die Bahn am 15. Mai 1937 wieder eröffnet. Zwei Motoren trieben nun die Bahn an, die problemlos von einem statt zwei Zugführern bedient werden konnten. Da der elektrische Antrieb weniger Raum benötigte, konnte die Passagierzahl je Triebwagen auf 40 Fahrgäste erhöht werden.

 

 

 

 

Das funktioniert niemals!

So reagierten die Auftrag- und Geldgeber der Pilatusbahn zunächst, als der Ingenieur Eduard Locher im Jahr 1885 seine ersten Entwürfe für die Strecke vorlegte. Zu dieser Zeit galt das ungeschriebene Gesetz, dass eine Zahnradbahn auf Normalspur zu fahren haben, die maximale Steigung 250 ‰ und der Radius einer Kurve mindestens 180 Meter betragen müsse. Der kluge Kopf ließ sich nicht abschrecken und entwickelte das Locher-System.

Erfolg auf der ganzen Linie

Eduard Locher warf alle gängigen Erkenntnisse über den Haufen. Die Pilatusbahn sollte auf einer Schmalspurstrecke mit der Spurweite von 800 Millimetern durch sieben Tunnel zur Gipfelstation gelangen. Um die extreme Steigung bewältigen zu können, konstruierte Eduard Locher Zahnstangen mit waagrechtem Eingriff zweier Zahnräder, das Locher-System. Im April 1886 starteten die Bauarbeiten im Tal und wurden nach rekordverdächtigen 400 Arbeitstagen abgeschlossen, sodass die Bahn am 4. Juni 1889 den offiziellen Betrieb aufnehmen konnte.

Touristenmagnet

Vor 130 Jahren als Motor des einsetzenden Tourismus gebaut, erfreut sich die Pilatusbahn auch heute großer Beliebtheit bei Besuchern aus aller Welt. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt bergwärts 9 bis 12 km/h und talwärts maximal 9 km/h. Daraus resultiert eine Fahrzeit bergwärts von 30 Minuten und talwärts von 40 Minuten. Den maximal 340 Fahrgästen pro Stunde gefällt´s: genießen sie während der gemächlichen Fahrt doch sagenhafte Ausblicke auf die fantastische Landschaft.