DE
EN

Longboards – Surfen auf Rädern

Die langen Bretter mit den vier kleinen Rädern erfreuen sich weltweit gerade größter Beliebtheit. Während so mancher Freizeitsportler mit dem Longboard zur Schule rollt, jagen echte Profis mit bis zu 100 km/h Bergstraßen hinunter. Das Longboard ist der große und ältere Bruder des Skateboards.

Die Erfolgsgeschichte des Longboards begann Ende der 1950er Jahre im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. An der Pazifikküste zwischen San Francisco im Norden und San Diego im Süden galt das Wellenreiten auf dem Surfbrett längst als Volkssport. Findige Surfer wollten ihrem Sport auch bei schlechtem Wetter nachgehen. Also montierten sie kurzerhand Achsen und Kunststoffrollen unter ihre Bretter und wechselten von den Stränden auf die kurvenreichen Straßen der kalifornischen Berge.

 

EINE WISSENSCHAFT FÜR SICH ...

Im Vergleich zum Skateboard hat das Longboard einen größeren Achsabstand und größere Rollen. Das führt zu besserer Fahrstabilität auch auf unebenen Straßen und Wegen. Longboard ist jedoch nicht gleich Longboard. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich verschiedene Varianten des Longboards entwickelt. Die Bretter sind zwischen 90 und 210 cm lang und entsprechend der Disziplin unterschiedlich geschnitten. Auch die Achsen und Rollen variieren nach Fahrstil und Einsatz. Bei der Herstellung der sogenannten Decks werden meist Bambus und Ahornholz in Verbindung mit besonders stabilen Kunststoffen verwendet. Die Mischung der einzelnen Bestandteile bestimmt die Flexibilität des Boards, kurz: Flex. Die Flex hat entscheidenden Einfluss auf die Fahreigenschaft und die Einsatz des Longboards.

ENTSPANNT ODER EXTREM!

Die gängigste Art der Fortbewegung mit dem Longboard ist das Cruisen. Hier geht es weniger um Tricks oder Geschwindigkeit, sondern vielmehr um das gemütliche Rollern von A nach B. Je nach Gewicht und Größe des Fahrers eignen sich Longboards mit Flex, da sich diese eher weichen Decks dank ihrer geschmeidigen Kurvenlage gut lenken und kontrollieren lassen. Richtig rasant hingegen geht es beim Downhillboarden zu. Die Fahrer schießen auf ihren Longboards Straßen mit großem Gefälle und engen Kurven hinab. Die eingesetzten Decks haben keine Flex, sind also eher steif und verhindern so ein Schlingern bei hohen Geschwindigkeiten. Zusätzliche Stabilität bringt eine tiefergelegte Standfläche, die den Schwerpunkt ungefähr auf die Höhe der Achsen bringt. Eine weitere Variante ist das Carven, dass dem Fahren mit dem Snowboard sehr nahe kommt. Für die engen Schwünge benötigt das Longboard mittlere Flex und besonders griffige Rollen. Damit das Deck in den Kurven nicht an den Rollen schleift, sind die Flächen über den Rollen meist ausgesägt.

 

NICHT VERGESSEN!!!

Bist Du auf den Geschmack gekommen und möchtest auch mal ein Longboard ausprobieren? Dann solltest du bei den ersten Versuchen möglichst Protektoren für die Knie, Hände und Ellbogen tragen. Und ein Helm kann auch nicht schaden. Die Profis wissen ja schließlich, warum sie sich nicht ohne Schutzkleidung auf das Longboard stellen.

 

Fotos: Thomas Hirsch