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El Chepe

EL CHEPE

Die Reise mit dem El Chepe durch den Nordosten Mexicos ist für jeden Eisenbahnliebhaber ein großes Abenteuer. Zwischen der Küstenstadt Los Mochis und der Wüstenstadt Chihuahua bewältigt der Zug eine Strecke von 653 Kilometern und einen Höhenunterschied von rund 2.300 Metern. Der Name El Chepe leitet sich aus der Abkürzung CHP des eigentlichen Streckennamens Ferrocarril Chihuahua al Pacífico ab.

100 JAHRE BAUZEIT

Die Strecke wurde zwischen 1861 und 1961 für den Güterverkehr gebaut. Die extrem lange Bauzeit hängt mit der schwierigen Geografie der Landschaft zusammen. So konnte der Abschnitt zwischen San Pedro und Creel, der durch den Gebirgszug Sierra Madre Occidental führt, erst Mitte des letzten Jahrhunderts fertig gestellt werde. Und gerade dieser Gebirgszug mit seinen spektakulären Schluchten und Gipfeln macht heute den Reiz der Route des El Chepe aus. Mehr zur Route, den Naturschauspielen und Sehenswürdigkeiten erfährst du etwas später.

WERTVOLLE BODENSCHÄTZE

Der ausschlaggebende Punkt für den Baustart im Jahr 1861 war nicht etwa die natürliche Schönheit des Gebirgszugs, sondern vielmehr die reichen Mineralvorkommen der Sierra Madre Occidental. Gold, Silber, Quecksilber, Kupfer, Blei, Eisen und viele andere Mineralien sollten abgebaut und mit dem Vorgänger des heutigen El Chepe auf der Schiene nach Los Mochis und weiter in den Hafen von Topolobampo gebracht werden. Der Reisezug El Chepe verkehrt seit 1998 in zwei Varianten: El Chepe Express und El Chepe Regional.

EL CHEPE EXPRESS

Der El Chepe Express verkehrt auf einer Strecke von rund 350 Kilometern zwischen Los Mochis und der Kleinstadt Creel. Diese Variante bietet den Reisenden grandiosen Komfort, sodass du die spektakulären Highlights der rund 9,5-stündigen Fahrt perfekt genießen kannst. Der Zug besteht aus sechs Reisewaggons, einem Barwagen, einem Restaurant und einer Terrasse mit einer Gesamtkapazität von 340 Personen. Die günstigste Kategorie ist die Economy Class mit Sitz- und Liegeplätzen am Panoramafenster. In der Business Class steht den Passagieren zusätzlich ein hochwertiges Unterhaltungssystem zur Verfügung. Richtig komfortabel reist du in der First Class. Während du bequem in deinem ergonomischen Sessel liegst und die Landschaft bestaunst, serviert dir der Bordservice feinste mexikanische Speisen und Getränke. Die kannst du selbstverständlich auch im Bordrestaurant und im Barwagen genießen. Am Ende des Zuges erwartet dich die Terrasse mit überdimensionalen Faltfenstern. Hier kannst du frische Luft schnappen und tolle Fotos schießen.

 

EL CHEPE REGIONAL

Diese Variante fährt vom Anfang bis zum Ende der imposanten Sierra Tarahumara zwischen Los Mochis und Chihuahua. Der Zug mit den beiden Kategorien Regional Tourist Class und Economy Class ist sicherlich nicht ganz so luxuriös wie der El Chepe Express, doch im Mittelpunkt der 653 Kilometer lange Route stehen ja auch eine Reihe einzigartiger Canyons. Während der 15,5-stündigen Reise passierst du 86 Tunnel mit einer Gesamtlänge von ca. 17 Kilometern und überquerst 37 Brücken. Jeder Zug besteht aus vier bis sieben Waggons für 64 Fahrgäste und einem Bordrestaurant.

DER GEMÄCHLICHE AUFSTIEG

Die Küstenstadt Los Mochis ist heute ein bedeutendes Wirtschaftszentrum und liegt inmitten des El-Fuerte-Tals, einer der fruchtbarsten Regionen Mexikos. Das subtropische Klima nahe der Pazifikküste lässt die Temperaturen schon mal auf knapp 50ºC steigen. Erste Station auf dem Weg nach Chihuahua ist die Kleinstadt El Fuerte. Die prächtigen Bauten im Kolonialstil weisen auf den einstigen Reichtum durch den Gold- und Silberabbau in den Bergen der Umgebung hin.

SCHWINDELERREGENDE HÖHEN

Ab jetzt wird die Reise richtig spektakulär, denn nun beginnt der El Chepe seinen Aufstieg ins Gebirge. Das Dorf Bahuichivo liegt bereits auf einer Höhe von rund 1.800 Metern, die Station Divisadero sogar auf knapp 2.400 Metern. Hier musst du aussteigen: die berühmte Kupferschlucht und der gleichnamige Abenteuerpark gewähren dir nicht nur eine unglaubliche Aussicht in die riesigen Canyons. Hier erwarten dich gigantische Seilbahnen und Hängebrücken mit einer Höhe von 450 Metern, Radtouren, Ausflüge mit Pferden, Klettertouren und vieles mehr. Auf dem Weg nach Creel passiert der Zug den höchsten Punkt der Route mit 2420 Metern. Die kleine Bergstadt Creel liegt auf 2.345 Metern und ist Ausgangspunkt für eine Tour zum schönen Arareko-See.

VOM HOCHGEBIRGE IN DIE WÜSTE

Da der El Chepe Express in Creel endet, steigst du in den El Chepe Regional um. Die Route führt zunächst in die Stadt Cuauhtemoc. Das einst winzige Dorf wurde in den frühen 1920er Jahren quasi über Nacht zur Großstadt. Viele tausende Auswanderer aus Mittel- und Osteuropa, zumeist religiöse Mennoiten, fanden hier eine neue Heimat. Die Mennoniten sind traditionell Bauern und produzieren bis heute den leckeren Chihuahua-Käse. Endstation ist Chihuahua, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. In der Wüstenmetropole erwarten dich noch einmal viele interessante Bauwerke und Museen, die dir einen tiefen Einblick in die Geschichte des sehenswerten Reiseziels Mexico geben.