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Der Kran

So unterschiedlich die Einsatzorte, so unterschiedlich sind die Bauarten und Ausführungen der Krane. Sie werden zum Be- und Entladen von Schiffen, Eisenbahnwaggons und Lastkraftwagen genutzt. In Montage-, Fertigungs- und Lagerhallen bewegen sie schwere Güter von einem Ort zum anderen. Und im Hochbau sind die Baumaschinen zur vertikalen und horizontalen Verladung von Lasten von keiner Baustelle mehr wegzudenken.

 

GANZ SCHÖN WENDIG

Bei Turmdrehkranen unterscheidet man zwischen zwei Bauarten: den unten- und den obendrehenden Turmdrehkran. Beide Arten verfügen über einen Drehkranz. Der untendrehende Turmdrehkran besteht aus einem Unterwagen mit Drehkranz, auf dem der Kranturm befestigt ist. Da sich während des Einsatzes der gesamte Aufbau bewegt, benötigt er viel Platz und wird daher vor allem auf kleineren und mittleren Baustellen eingesetzt. Für größere Turmhöhen und Lasten eignet sich der obendrehende Turmdrehkran. Er wird auf festem Untergrund oder auf einen entsprechenden Unterwagen motiert. Das Drehwerk befindet sich am oberen Ende des Kranturms. Bei Drehbewegungen wird nur der Ausleger bewegt. Er braucht nicht nur weniger Platz als der untendrehende Kran. Der Obendreher kann an bzw. auf Bauwerken verankert werden und so über den Einbau zusätzlicher Kranelemente mit dem Bauwerk wachsen. Die Lasten werden entweder über Katzenausleger oder Nadelausleger transportiert. Ein Laufkatzausleger ist waagerecht am Kranturm angebracht und kann in der Höhe nicht verändert werden. Der Lastentransport erfolgt mit Hilfe einer Laufkatze, die sich entlang des Auslegers bewegen kann und das Hubseil mit sich führt. Krane mit Nadelausleger haben keine Laufkatze. Die Last wird in Auslegerrichtung allein über Heben und Senken des Auslegers transportiert.

GANZ SCHÖN ALT!

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der erste Kran mit Seilwinde und Flaschenzug zum Heben schwerer Lasten im 6. Jahrhundert vor Christus, also vor rund 2.600 Jahren, im antiken Griechenland zu Einsatz kam. Bis dahin nutzten die Menschen beim Bau von großen Gebäuden die sogenannte „Rampentechnik“. Dabei wurden riesige Rampen aus Erde aufgeschüttet um das Baumaterial, nicht selten Steinblöcke mit bis zu 20 Tonnen Gewicht, zum jeweiligen Bestimmungsort transportieren zu können. Heute kommen im Hochbau hauptsächlich Turmdrehkrane zum Einsatz, die im frühen 20. Jahrhundert entwickelt wurden.
 

GANZ SCHÖN REKORDVERDÄCHTIG!

Beim Bau des höchsten Gebäudes der Welt, dem „Burj Khalifa“ in Dubai, kamen fünf Turmkrane mit Nadelauslegern zum Einsatz, die im Turmkern verankert und selbstkletternd waren. Der größte Turmdrehkran ist der „K 10000“ des dänischen Herstellers Kroll. Der 100 Meter lange Ausleger trägt an der Spitze immer noch über 100 Tonnen. Die 15 produzierten Exemplare wurden Ende der 1970er Jahre zunächst in den USA und der früheren Sowjetunion für den Bau von Atomkraftwerken eingesetzt. Die noch funktionstüchtigen Krane werden heute überwiegend im Schiffsbau genutzt.

 

Photo: Wikimedia