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Containerschiffe

AUF HOHER SEE

In den letzten Ausgaben des Magazin hast du bereits viele interessante Informationen zu Containerterminals und dem Güterverkehr auf der Schiene erhalten. Bis die vielen Container aber in einem Hafen in deiner Nähe ankommen, legen sie oftmals zunächst tausende von Kilometern auf dem Seeweg zurück. Auf Containerschiffen.

 

ES WAR EINMAL...

...in Nordamerika. Das erste Containerschiff der Welt wurde 1955 gebaut und in Dienst gestellt. Die „Clifford J. Rogers“ verkehrte zunächst zwischen der kanadischen Stadt Vancouver und dem Örtchen Skagway im US-amerikanischen Bundesstaat Alaska. Die damals eingesetzten Container hatten mit den heutigen ISO-Containern aber noch nichts zu tun. Die Kisten hatten eine Seitenlänge von 2,44 Meter und eine Höhe von 2,14 Meter. Die Container wurden je nach Strecke mit Stückgut oder Rohstoffen wie Zink beladen. Als Erfinder des ISO-Containers gilt Malcom P. McLean, der 1956 zum ersten Mal Großbehälter für den Transport auf Lkw und Schiffen einsetzte. Er gründete die Reederei „Sea-Land Corporation“ und ließ alte Öltanker so umbauen, dass an Deck zusätzlich Container geladen werden konnten. Die erste Fahrt führte die so umgebaute „Ideal X“ 1956 mit 58 Containern von Newark nach Houston.

DIE CONTAINER

Es gibt sehr viele Arten von Containern. Am häufigsten werden ISO-Container mit einer Länge von 20 Fuß (ca. 6 Meter) oder 40 Fuß (ca. 12 Meter) für den Transport von Gütern benutzt. Daraus ergeben sich die als Maßeinheiten für die Beladung verwendete Abkürzungen „TEU“ und „FEU“. Die „Twenty-foot Equivalent Unit“ steht für einen 20-Fuß-ISO-Container, die „Forty-foot Equivalent Unit“ entsprechend für einen 40-Fuß-ISO-Container. Diese Einheiten spielen eine wichtige Rolle für die Benennung der Ladefähigkeit von Containerschiffen.

 

 


 

 

 

DIE RIESEN DER OZEANE

Im Zuge der Globalisierung und dem regen Welthandel nahm der Gütertransport mit Containerschiffen in den letzten Jahren immer mehr zu. Allein in Deutschland wurden in den ersten sechs Monaten 2016 rund 149 Millionen Tonnen Güter in deutschen Seehäfen umgeschlagen. Für diese gewaltigen Mengen benötigt man gewaltige Containerschiffe: die „Ultra Large Container Ships“ - kurz „ULCS“ genannt. Während die Schiffe in den Anfängen der Containerschifffahrt noch eine Ladung von ca. 300 TEU transportieren konnten, laden die „ULCS“ aktuell bis zu 20.000 TEU. Sie sind bis zu 400 Meter lang, 59 Meter breit und haben einen Tiefgang von 16 Metern. Der Aufbau der Schiffe der „ULCS“-Baureihen ist immer sehr ähnlich. Das Deckshaus ist etwa am Ende des vorderen Schiffsdrittels angeordnet. So wird eine verbesserte Sicht und eine höhere vordere Decksbeladung ermöglicht. Schornstein und Maschinenanlage liegen im hinteren Drittel.
 

GIGANTEN UNTER DEN RIESEN

Ab 2017 sollen die größten Containerschiffe der Welt vom Stapel laufen. Die japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines plant mit den sechs Schiffen der Baureihe MOL 20.000-TEU den Liniendienst zwischen Europa und Asien. Die Schiffe werden je Fahrt über 20.000 TEU transportieren können.