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Anlagenbau Ziegeldach

Gebrannt aus Ton oder Lehm

Aus Siedlungen mit Ein- und Mehrfamilienhäusern ist es nicht wegzudenken: das Ziegeldach. Heute schillern die Dachziegel in fast allen Farben. Doch ragt immer noch das rote Ziegeldach heraus. Zeit, es im Märklin-Maßstab 1 : 87 nachzubauen.


Gut gepflegte Ziegeldächer schauen nicht nur schmuck aus. Sie helfen auch, die Fläche besser zu nutzen, auf der das Haus steht. Im Parterre und im ersten Stock wohnt man, darüber ruht der Dachboden. Man kann ihn einfach als Lagerfläche verwenden. Dann bewahrt man dort alles mögliche auf, was man die meiste Zeit im Jahr nicht braucht. Koffer zum Beispiel. Manch einer lagert dort auch Vorräte, beispielsweise Ersatzteile für das Fahrrad. Ist der Dachboden nicht ausgebaut, muss man nur beachten, dass es dort im Sommer sehr warm und im Winter sehr kalt wird. Kartoffeln und Kopierpapier gehören dann nicht auf den Dachboden.

Viele bauen ihren Dachboden aber auch aus. Vergleichsweise einfach lässt er sich isolieren. Die Zentralheizung kann in fast allen Häusern auch den Dachboden mitversorgen. Die zusätzlichen Heizkörper und Rohre stellen den Heizungsbauer vor keine Probleme. So günstig bekommt man keinen anderen Raum, um dort vielleicht eine größere Märklin-Anlage aufzustellen. Natürlich kann unter dem Dach auch ein weiteres Zimmer entstehen. Dann wächst die Wohnung, ohne teuer einen Anbau erreichten zu müssen.

Dachziegel entstehen grundsätzlich aus natürlichen Rohstoffen. Meistens werden sie aus Ton gebrannt, seltener aus Lehm. Daneben gibt es Dachziegel, für die der Hersteller Ton und Lehm mischt. Holz- und Schieferplatten in der Größe von Dachziegeln gehören nicht zu den Dachziegeln. Auch aus Beton hergestelltes Material zählt nicht dazu.Man spricht dann von Dachstein. Da Dachziegel Naturprodukte sind, ist ihre Farbe nie ganz gleichmäßig. Die Industrie gibt natürlich ihr Bestes. Ein frisch gebautes Haus trägt deswegen fast immer ein Dach, dessen Farbe sehr einheitlich wirkt. Im Laufe der Zeit altern die Dachziegel aber. Regen, Sonnenlicht und andere Ereignisse der Natur verändern die Farbe. Ein älteres Dach zeigt deswegen fast immer eine große Zahl verschiedener Farbtöne.

 

Heute bevorzugen die Bauherren – so nennt man Häuslebauer offiziell; Baudamen gibt es eigenartigerweise nicht – große Dachziegel. Das hängt einfach damit zusammen, dass die Dächer von Hand gedeckt werden. Maschinen dafür gibt es nicht. Handarbeit ist aber sehr teuer. Also versucht man, das Dach in so kurzer Zeit wie möglich komplett zu decken. Ältere Häuser haben daher oft kleinere Dachziegel als jüngere. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden verschiedene Formen von Dachziegeln. Sie tragen so schöne Namen wie „Hohlpfanne“ und „Biberschwanz“. Wie über die verschiedenen Bauarten von Lokomotiven kann man auch über die verschiedenen Formen von Dachziegeln ganze Bücher schreiben. Dafür aber reicht hier der Platz nicht ganz. Also wenden wir uns dem Bau von Dachziegeln für die Märklin-Anlage zu.

Ziegel in Streifen

Deren Häuser genießen einen großen Vorteil: Es regnet nicht. Also können Ton und Lehm draußen bleiben. Modelldachziegel entstehen aus dünnem Karton, ja, man kann sogar sagen aus Resten. Aus nicht mehr gebrauchten Karteikarten kannst du sie ebenso schneiden wie aus Material von Verpackungen. Es muss nur dünn sein.

Im Original ruhen die Dachziegel auf einer Konstruktion aus Holz. Das ist im Modell nicht nötig. Ein einfaches Dach aus Pappe genügt. Darauf klebst du die Ziegel. Natürlich geschieht dies nicht einzeln. Damit wärst du ansonsten tagelang beschäftigt. Aus dem Karton schneidest du einzelne Streifen für jeweils eine Reihe mit Ziegeln. Unten sind sie rund. Am besten verwendest du dafür eine Wellenschere. Mit etwas Übung kannst du aber auch mit einer normalen Schere arbeiten. Versuche, die Rundungen ungefähr gleichmäßig zu schneiden. Zeichne am besten eine Schablone, mit der du dann die einzelnen Ziegelreihen vorbereitest.

Beim Aufkleben beginnst du unten – ein Dach wird von unten nach oben gedeckt. Die untere Reihe steht ein klein wenig über. Dann sind beim fertigen Haus nur noch die Dachziegel zu sehen, nicht die Pappe darunter. Die nächste Reihe klebst du so auf, dass ihre Rundungen über der unteren Reihe liegen. Ein Ziegeldach besteht nämlich aus überlappend angeordneten Dachziegeln. So fließt das Regenwasser von oben nach unten, also von Ziegel zu Ziegel und nicht in das Haus. Schlussendlich tropft der Regen in die Dachrinne und fließt in die Regentonne oder ins Abwasser. Wer einen Garten besitzt, nutzt gern Regenwasser. Billiger kann er die Blumen und Büsche nicht gießen.

 

Ziegeldächer fast überall

Auf der Spitze des Daches, dem First, liegen spezielle Ziegel. Sie ragen nach beiden Seiten über die normalen Dachziegel. Am besten schneidest du dafür aus dem Karton Ziegel mit Rundungen auf beiden Seiten. Ist dein Dach gedeckt, brauchen die Ziegel nur noch etwas Farbe. Entscheide selbst, ob deine Dachziegel Rot, Braun, Schwarz oder eine andere Farbe tragen sollen. Heute gibt es Dachziegel in fast Tönen. Ein Haus in Bovenden – der Ort liegt nördlich von Göttingen – trägt sogar knallblaue Dachziegel.

Baust du ein Wohnhaus, sollte es eine Dachrinne erhalten. Ein Schuppen oder ein Unterstand kommt auch ohne aus. Häuser, Schuppen und andere Bauten mit Ziegeldach kannst du fast überall auf deiner Märklin-Anlage aufstellen. Sogar moderne Gebäude von Geschäften oder Unternehmen tragen manchmal Ziegeldächer, zum Beispiel Filialen von Aldi. Dachziegel sind nämlich einfach unverwüstlich. Das haben sie mit der Märklin-Eisenbahn gemeinsam.

Torsten Berndt

Du brauchst …

… fast nur Material aus der Bastelkiste. Kartonreste sammelst du einfach für deine Bauvorhaben. Eine Schere und Klebstoff brauchst du für viele Arbeiten. Zum Anstrich nimmst du einfach Abtön- oder Plaka-Farbe. Nur die Wellenschere steckt nicht in jedem Werkzeugkasten. Du bekommst sie im Schreibwarenhandel oder in Bastelgeschäften.

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Modellbau: Modellbahn Team Blaufelden unter Leitung von Marliese und Siegfried Gehringer
Fotos: Marliese und Siegfried Gehringer