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Anlagenbau Zeltplatz

STEINZEITLICHES VERGNÜGEN

Wohl jeder hat schon einmal davon geträumt, die Nacht unter freiem Himmel verbringen zu dürfen. Auf deiner Märklin-Anlage bleibt der Zeltplatz das ganze Jahr stehen.

Natürlich gehört Zelten zu den Beschäftigungen, für die man vorzugsweise den Sommer auswählt. Doch gibt es auch viele, die während der anderen Jahreszeiten ins Zelt ziehen. Manchmal haben sie gar keine andere Wahl. Alpinisten zum Beispiel müssen auf ihren Klettertouren die Zeltausrüstung mitnehmen, wenn sie mehr als einen Tag unterwegs sein möchten. Die Berge besteigen sie zu verschiedenen Jahreszeiten, und auf manchem Drei- oder Viertausender liegt zumindest oben ganzjährig Schnee.

Wer gar die Berge des Himalaya erklimmen will, muss ganzjährig sogar in tiefen Lagen – „tief“ aus der Perspektive der Einheimischen betrachtet – mit eiskalten Temperaturen und Schnee rechnen. Um sich vorzubereiten, zelten Bergsteiger gern auch während des Winters. Schließlich gibt es sogenannte Dauercamper. Meistens besitzen sie ein Wohnmobil oder ein ähnlich großes Fahrzeug. Ihren Platz haben sie für das ganze Jahr gemietet. Manche Dauercamper leben die ganze Zeit auf dem Zeltplatz. Andere haben eine Wohnung, die sie während der Woche benutzen. Das Wochenende verbringen sie dann auf dem Zeltplatz.

Schauen wir ein wenig in die Geschichte, dann stellen wir fest, dass der moderne Wohnungsbau mit dem Zelt begann. Zuerst konnte der Mensch nur in natürlichen Behausungen unterkommen, vor allem in Höhlen. Die Neanderthaler kannten noch keine Zelte. Vor rund 40.000 Jahren wanderte dann der Homo sapiens aus Afrika nach Europa ein – wir alle sind Nachkommen von Afrikanern. Der Homo sapiens baute die ersten Zelte. Als Wetterschutz verwendete er Tierfelle, unter anderem die Häute von Pferden. Bald kannte er nicht nur leichte Zelte, die er gut transportieren konnte, sondern auch Zelte, die auf ein Holzgerüst aufgezogen wurden. Schließlich kam er auf die Idee, nicht nur das Gerüst, sondern auch die Wände und das Dach aus Holz zu bauen. Von der Holzhütte aus der Steinzeit führte der Weg des Menschen Schritt für Schritt zu den heutigen Wolkenkratzer.

GROSSE FREIE FLÄCHEN

Gewissermaßen als transportables Haus überdauerte das Zelt die Zeiten. Die Römer erkannten seinen Wert für das Militär. Historisch belegt ist, dass sie für ihre Feldzüge Zelte in großer Zahl beschafften. Wahrscheinlich haben aber auch die Griechen und andere antike Völker Zelte genutzt. Auf einem Kontinent blieben Zelte sogar die normale Behausung der Ureinwohner. Bevor die Europäer Nordamerika eroberten, lebten die Indianer höchstwahrscheinlich ausschließlich in Zelten.

Wer mag, kann seine Märklin-Anlage also in Amerika spielen lassen und Indianerzelt um Indianerzelt aufstellen. Das eine oder andere Fahrzeug nach Vorbild aus den Vereinigten Staaten hat Märklin ja schon produziert. In unseren Breiten gehört das Zelten, ein steinzeitliches Vergnügen, dagegen zu den Beschäftigungen für die freie Zeit. Daher verfügt ein Zeltplatz gewöhnlich über Toiletten und Duschräume. Meistens gibt es auch einen Imbiss, der neben Speisen und Getränken Zeitungen und anderes verkauft. Wichtig sind aber vor allem große freie Flächen.

Auf ihnen stehen zum einen die Zelte. Zum anderen möchten die Zelter aber keineswegs den ganzen Tag unter dem schützenden Dach verbringen. Stattdessen wollen sie am Lagerfeuer grillen, auf den Wiesen Federball spielen, Tische aufstellen und Skat dreschen und vieles mehr. Die Kinder spielen derweil am Tümpel, verstecken sich im Gebüsch oder toben einfach so über das Gelände. Der eine oder andere Baum spendet derweil gerade in der Mittagshitze wohltuenden Schatten.

ZELTPLATZ AN NEBENSTRECKE

Die Mitglieder des Modellbahn Teams Blaufelden schufen einen Zeltplatz nahe der eingleisigen Nebenstrecke. Dort fährt tagsüber jede Stunde ein Zug je Richtung, und nachts herrscht Ruhe. Also beste Bedingungen für einen Zeltplatz. In einem Bausatz von Busch fanden sie die Ausstattung für den Zeltplatz, also das Toilettenhäuschen, den Imbiss und Zelte. Ein aus Holzleisten gebastelter Zaun trennt den Platz von der Strecke. Mit Streumaterial gestalteten sie die Wiesen und Wege. Am Rande entstand ein kleiner See, mehr ein Tümpel. Wie du Wiesen und Wege sowie Wasserflächen gestaltest, haben wir dir im Magazin des Märklin Start Up Club bereits gezeigt.

Die Arbeit am Zeltplatz geht leicht von der Hand. Auf deiner Anlage gewinnst du einen Blickfang, um den dich andere Märklin-Freunde beneiden werden. Schau dich auf Modellbahn-Ausstellungen einmal um. Einen Zeltplatz auf einer Anlage oder einem Diorama siehst du nur äußerst selten.



 

DU BRAUCHST...

… den Bausatz H0 6044 von Busch. Ansonsten hast du alles in deiner Bastelkiste: Streumaterial, Farben, Holzreste für den Zaun, Styropor-Reste, Gips und vieles mehr. Dein Märklin-Fachhändler kann dir verschiedene Packung mit Modellfiguren für den Zeltplatz zeigen. Frage ihn einfach danach.

 

Modellbau: Modellbahn Team Blaufelden unter Leitung von Marliese und Siegfried Gehringer
Fotos: Marliese Gehringer (Baufotos), Michael Robert Gauß (Szenenfotos)
Bildbearbeitung: Michael Robert Gauß