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Anlagenbau Waldbrand

DIE WERKBAHN HALF

Im vergangenen Sommer hat es in vielen Gegenden tage-, ja, wochenlang nicht geregnet. Mit der Trockenheit steigt die Gefahr, dass ein Waldbrand ausbricht.

Förster, Feuerwehr und Polizei sind auf der Hut. Regelmäßig kontrollieren sie in Zeiten der Trockenheit die Wälder. Schon ein kleines Feuer kann zu einem gewaltigen Waldbrand werden, der tagelang wütet und viel Unheil anrichtet. In besonders schlimmen Fällen kann er auf Dörfer übergreifen. In Deutschland geschah dies, als 1975 ein gewaltiger Waldbrand die Lüneburger Heide heimsuchte.

Meistens ist der Mensch schuld am Waldbrand. Selbst bei großer Trockenheit gibt es immer wieder Leute, die im Wald grillen oder sogar ein Lagerfeuer entzünden. Wird das Feuer nicht vollständig gelöscht, kann sich ein Schwelbrand entwickeln. Darunter versteht man, dass etwas nicht richtig brennt. Physikalisch heißt das "unvollständige Verbrennung". Umgangssprachlich sagt man auch "Glimmen" oder "Glühen" dazu. Mancher Erwachsene verursacht jeden Tag viele Schwelbrände. Das tut er immer, wenn er sich eine Zigarette ansteckt. Fortgeworfene Zigaretten setzten schon manchen Wald in Brand. Ein Schwelbrand muss nicht zu einem großen Feuer werden. Oftmals geschieht dies aber. Da man Schwelbrände nicht auf den ersten Blick sieht, sind sie ganz besonders gefährlich.

Mitunter genügt bereits eine achtlos weggeworfene Flasche, um ein Feuer zu entzünden. Scherben können nämlich ähnlich wie Lupen wirken. Sie bündeln das Licht der Sonne in einem Punkt. Knallt die Sonne drauf, wird es an diesem Punkt immer heißer. Trockene Äste, Blätter oder Gräser können dann leicht in Flammen aufgehen. Manchmal beginnt sogar noch gar nicht ausgetrocknetes Grün zu schwelen. 

Die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, ehe sie Unterstützung vom Löschzug der Werkbahn erhielt.
Der Blick von oben lässt erahnen, dass eine Grillparty oder ein Lagerfeuer die Ursache war.

MIT DEM KESSELWAGEN ZUM HEIDEBRAND

Der Feuerwehr bereitet jeder Waldbrand große Probleme. In Deutschland sind die Wälder zwar kleiner als beispielsweise in Skandinavien. Einfach mit ein paar Löschzügen loszufahren, genügt aber nicht. Außerdem kommen die Feuerwehrleute im und rund um den Wald nicht überall an genügend Löschwasser. Oft helfen daher Flugzeuge. Sie schütten aus der Luft Wasser auf die brennenden Flächen.

Die Eisenbahn kann in Kesselwagen Wasser zur Brandstelle transportieren. Während des Waldbrandes in der Lüneburger Heide setzte die Deutsche Bundesbahn einen Zug mit vier Kesselwagen und einen Flachwagen ein. Auf dem Flachwagen stand das Löschfahrzeug der Bahnfeuerwehr Hannover. Zwei Kesselwagen blieben bei ihm. Die anderen beiden schleppte eine Diesellok zum nächsten Wasserkran, um sie neu zu befüllen. Damals setzte die Bundesbahn noch einige Dampflokomotiven ein. Folglich gab es auch Wasserkräne.

Dampflokomotiven und Wasserkräne sind fast überall auf den Schrott gewandert, "den Weg alten Eisens gegangen", wie man auch sagt. Wenn heute ein Traditionszug fährt, dann müssen die Museumsbahner gut planen. Meistens bekommt das Dampfross aus dem Hydranten frisches Wasser. Oft hilft dabei die Feuerwehr. Die heutigen Rettungszüge der Deutschen Bahn können dagegen bei einem Waldbrand kaum etwas machen, denn sie sind vor allem für Unfälle im Tunnel ausgelegt. Sicher würde die Bahn aber wieder Kesselwagen zum Brandort schicken, wenn die Feuerwehr Unterstützung braucht. Schon ein kleiner Waldbrand bringt nämlich gewöhnlich den Schienenverkehr zum Erliegen.

WEIT UND BREIT KEIN HYDRANT

Das geschah auch auf der eingleisigen Nebenstrecke der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums Stutensee. Eine kleine Fläche war in Brand geraten. Vielleicht hatten dort vorher Menschen gegrillt oder ein Lagerfeuer veranstaltet. Genau wissen wir das nicht. Die Feuerwehr musste ausrücken. Weit und breit gab es keinen Hydranten, die Feuerwehrfahrzeuge konnten nicht genug Wasser an den Brandort transportieren. Lange Schlauchleitungen halfen nur bedingt. Also fragte die Feuerwehr bei der Bahn nach.

Nach Staatsbahn, also nach Deutscher Bahn, schaute der Zug nicht unbedingt aus, der dann einen Kesselwagen voller Löschwasser vorbeibrachte. Doch gibt es bekanntlich auch Werkbahnen. Ein Unternehmen der Gegend unterhielt eine. Da dessen Produktion etwas feuergefährlich war, stand stets ein Kesselwagen mit Löschwasser bereit. Diesen schickte die Werkbahn vorbei. Bald war das Feuer erfolgreich bekämpft.

Um es entfachen zu können, griffen die jungen Modellbahner in die Trickkiste. In der Schule darf man natürlich höchstens im Physik- und Chemieraum mit Feuer hantieren. Mit Strom zu arbeiten, ist dagegen überall erlaubt. Also entstanden die Flammen mit roten und blauen Leuchtdioden. Sie wurden geschickt verteilt und geschaltet, sodass bald ein munteres Feuer flackerte. Der Rauch kam aus einem Dampfgenerator von Seuthe. Eigentlich sollte er ein Dampfross qualmen lassen. In Stutensee steckt er im runden Turm und räuchert von dort aus den Wald ein. Zumindest so lange, bis die Feuerwehr den Brand gelöscht hat.

Der Gärtner hat den Einsatz neugierig beobachtet.

DU BRAUCHST...

… zunächst einmal keinen weiteren Platz auf deiner Anlage. Vielleicht hat dein Wald schon eine Lichtung. Dort könnte aus einem Lagerfeuer ein Waldbrand geworden sein. Die roten und blauen Leuchtdioden sollten blinken. Dein Märklin-Fachhändler zeigt dir, mit welchen Schaltungen das funktioniert. Dort erhältst du auch den Rauchgenerator von Seuthe, Artikelnummer 500. Schließlich hält dein Märklin-Fachhändler jede Menge Bäume vorrätig – sollte auf deiner Anlage noch kein Wald gewachsen sein.

 

Modellbau und Fotos: Modellbahn-AG des Thomas-Mann-Gymnasiums Stutensee unter Leitung von Matthias Wagner