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Anlagenbau Seilbrücke

ABENTEUER SEILBRÜCKENBAU

Etwas Mut braucht man schon, um auf einer einfach gebauten Seilbrücke aus Holz eine Schlucht zu überqueren. Wenn die Ingenieure alles richtig gerechnet haben, ist es jedoch absolut ungefährlich, die Brücke zu betreten.

Hierzulande sieht man sie vor allem auf Spielplätzen. Doch auch in manchen Wanderweg werden sie eingefügt. Seilbrücken laden zum kleinen Abenteuer ein, das gewöhnlich nur ein wenig Überwindung kostet. Auf Spielplätzen liegt unter der Seilbrücke meistens viel, viel Sand. Stürzt ein Kind tatsächlich hinab, dann fällt es weich. Auf den Wanderwegen sind die Seilbrücken schon etwas höher. Sie erreichen aber nur einen Bruchteil der Höhe jener Seilbrücken, die in früheren Tagen errichtet wurden.

Das technische Prinzip haben die Menschen wahrscheinlich schon im Altertum verstanden. Man spannt mehrere dicke Seile über eine Schlucht. Heute verwendet man gewöhnlich Stahlseile. Früher kamen Seile aus Naturfasern wie Hanf, Kokos oder Flachs zum Einsatz. Seltener bestanden sie aus Baumwolle; in Europa gehörte Baumwolle bis in das 17. Jahrhundert hinein zu den Luxusgütern, die man natürlich nicht für so etwas Profanes wie eine Brücke genutzt hat. In die Seile wurden dann Rundhölzer oder Holzbretter eingehängt. Fertig war die Brücke. Sie erwies sich zwar als etwas wackelig, doch genügte sie rundum. Große Lasten musste sie ja nicht bewältigen.

In uralten Schriften ist mitunter von solchen Brücken die Rede. Es gibt wohl auch Zeichnungen, die das Aussehen einer Seilbrücke zeigen. Gesehen habe ich aber nur Bilder moderner Seilbrücken, die es heute beispielsweise in Ostasien noch gibt. Viele Länder dort sind bettelarm. Daher müssen vor allem Flüsse mit einfachen Mitteln überbrückt werden. In der Schweiz gibt es sogar eine Hilfsorganisation, die moderne Seilbrücken entwickelt hat. Sie hängen beispielsweise in Nepal und Bhutan. Ruf einfach mal die Internet-Seite von Helvetas auf (https://www.helvetas.ch/de/). Dort findest du zum Beispiel im Jahresbericht 2013 eine ganze Seite zu Hängebrücken, die in Nepal entstanden sind. Hängebrücken ist übrigens der Oberbegriff. Darunter fallen auch Bauwerke wie die Golden Gate Bridge in San Francisco. Diese sind aber schon eine Spur aufwändiger gebaut als die Seilbrücken …

HÖCHSTE MODELLBAHNER-TUGEND

Deine Märklin-Anlage muss nicht in Ostasien spielen, um eine Seilbrücke einbauen zu können. Es genügt, wenn du einen Wanderweg einplanst. Natürlich einen Wanderweg, der über einen kleinen Bach oder einen Einschnitt führt. Dann baust du dort keine Brücke aus Holz oder Stein ein, sondern eine Hängebrücke. Am Wanderweg stellst du einfach Schilder auf, auf denen zum Beispiel „Erlebnis-Wanderweg“ oder „Abenteuer-Tour“ steht. Schnell werden die Modellfiguren darauf aufmerksam und machen sich auf die Socken.

Dennis von der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums in Stutensee stürzte sich in das Abenteuer Seilbrückenbau. Die Gestaltung der Brücke ist natürlich einfach: Die Holzleisten oder Rundhölzer für den Fußweg werden am Seil befestigt. Doch stellte Dennis recht schnell fest, dass dies eine rechte Fummelarbeit ist. Die Hölzer sind klein, Spuren von Klebstoff und anderen Hilfsmitteln sollen natürlich nicht sichtbar sein. Da hieß es, reichlich Geduld aufzubringen – die höchste Tugend des Modelleisenbahners.

Hölzchen für Hölzchen wuchs die Brücke heran, bis sie lang genug war für den Einbau über die kleine Schlucht. Wenn du nicht genügend Holz in deiner Bastelkiste hast, kannst du Zahnstocher in handliche Stücke zerlegen. Für die Seile nimmst du einfach Zwirn oder Litze aus einem nicht mehr gebrauchten Stromkabel. Die Seile zu spannen, gehört schlussendlich zu den kinderleichten Übungen. Schließlich müssen sie im Märklin-Maßstab nichts tragen. Ein Brückeneinsturz wegen eines Seilrisses ist ebenso unwahrscheinlich wie ein Sturz einer Figur in den Abgrund. Denn auch die Modellmenschen sind selbstverständlich festgeklebt. 

SCHWANKENDER BODEN ÜBER ABGRUND

Wanderer, Teilnehmer eines festlichen Umzugs oder schlicht abenteuerlustige Stadtbewohner sind auf dem Weg mit der urtümlichen Brücke unterwegs. Manch einer nimmt allen Mut zusammen. Schließlich muss er auf schwankendem Boden den Abgrund überwinden. Andere gehen leichtfüßig über die Seilbrücke. Wenn du Spaß am Brückenbau gefunden hast, dann montierst du am besten gleich als nächstes eine Seilbrücke für den Spielplatz.

 

DU BRAUCHST ...

… nur Materialien aus deiner Bastelkiste: Rundhölzer oder Holzleisten, Zwirn oder ein anderes Material für die Seile sowie etwas Holzleim zum Verkleben der Holzleisten. Zum Ablängen des Holzes verwendest du ein scharfes Bastelmesser. Modellfiguren fand Dennis im Sortiment von Noch.

 

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Modellbau und Fotografie: Dennis von der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums Stutensee unter Leitung von Matthias Wagner