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Anlagenbau Schuppen

ÜBERALL VERWENDBAR

Auf den Bahnübergang folgt der Schuppen. Die Mitglieder der Modellbahn AG der Schule Schrozberg haben ja zwei Projekte zugleich verwirklicht. Im vorherigen Club-Magazin konntest du den Bau des Bahnüberganges verfolgen. Nunmehr steht der Bau des Schuppens auf dem Programm.

Mit der Nebenbahn Blaufelden – Langenburg dürfte der Schuppen nicht direkt etwas zu tun haben. Das hast du sicher schon auf den Bildern gesehen. Zwar muss auch die Bahn ab und zu Materialien am Streckenrand lagern. Dafür wird sie aber eher ein festes Gebäude errichten. Der Schuppen – besser spricht man vom Unterstand – scheint eher aus der Landwirtschaft zu stammen. Holz kann man darin lagern oder Strohballen. Vielleicht stellt der Landwirt darin auch ein Fahrzeug ab. Wichtig ist dann, dass niemand das Fahrzeug stiehlt. Wenn es mit einer dicken Kette und einem guten Schloss an den Holzpfählen befestigt wird, macht Knacker Ede einen Bogen drum und sucht sich etwas leichteres zum Klauen. Trotzdem ist eine geschlossene Garage immer besser zum Abstellen von Fahrzeugen geeignet.

Eventuell gehört der Schuppen aber der Gemeinde. Sie braucht zum Beispiel Platz für Streumaterial, das sie im Winter benötigt. Das Granulat oder der Sand darf nicht nass werden und bei kalten Temperaturen gefrieren. Manche Gemeinden errichten auch Schuppen oder Unterstände, um Maschinen oder Fahrzeuge abzustellen. Dann brauchen die Gemeindearbeiter morgens nicht erst zum Betriebshof zu fahren, sondern können gleich in der Nähe des Einsatzortes ihr Tagwerk beginnen. Die Fachleute verwenden dann gern das Wort „dezentral“, das Gegenteil von „zentral“. Dies kommt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet genau genommen „Mittelpunkt“.

Idealerweise arbeiten alle zusammen. Dann bringt der Landwirt während der Erntewochen Strohballen und anderes im Schuppen unter. Im Winter nutzt ihn dann die Gemeinde, um beispielsweise den Bahnübergang zu sichern. Dessen Weg besteht, wie du im vorherigen Club-Magazin gelesen hat, aus Holzbrettern – man spricht in dem Fall übrigens von Kantholz oder Holzbohlen. Damit diese nicht furchtbar glatt werden, wenn im Winter Schnee fällt, streut die Gemeinde Granulat oder Sand. „Abstumpfen“, nennt man diese Tätigkeit.

Du siehst schon, ein solcher Schuppen muss nicht unbedingt am Rande einer Bahnstrecke stehen. Im Prinzip kannst du ihn überall auf deiner Märklin-Anlage aufstellen, wo etwas gelagert werden muss. Es darf nur nichts Wertvolles sein. Ihre Sammlung echter Goldbarren bewahren auch die Preiserlein vorzugsweise im Tresor auf …

TRAGENDE STREICHHOLZPFEILER

Machen wir uns also ans Werk und schauen den jungen Märklin-Profis aus Schrozberg über die Schulter. Die Schuppen oder Unterstände sind einfach gestaltet und bestehen im Prinzip aus drei Arten von Bauteilen: den Seitenwänden, Holzpfeilern – man kann auch „Holzstützen“ sagen, das klingt sehr viel technischer – und der Dachkonstruktion. Letztendlich tragen die Holzpfeiler die Dachkonstruktion. Sie sind die wichtigsten Bauteile und müssen besonders sorgfältig gestaltet sein. Bricht nur ein einziger Holzpfeiler, kann nämlich der ganze Schuppen in sich zusammenfallen.

Also wählen Märklin-Profis wie du besonders gerade und sauber geschnittene Holzpfeiler aus. Die Schrozberger Modelleisenbahner verwendeten Streichhölzer, die sie mit dünnflüssiger, schwarzer Farbe gealtert haben. Wie sie die Hölzer miteinander verkleben wollen, haben sie vorher auf Papier gezeichnet. Die Baupläne wandern in Klarsichthüllen. Auf diesen liegen nun die zu Holzpfeilern gewordenen Streichhölzer. Streichholz für Streichholz wird zusammengeklebt. Ist der Holzleim trocken, steht das Gerüst für den Holzschuppen. Es muss nur noch auf der Anlage befestigt werden.

Dazu bohrst du einfach kleine Löcher in das Styropor. Die Streichholzpfeiler klebst du mit Holzleim fest. Nimm bitte keinen Alleskleber mit Lösungsmitteln. Dieser zerstört nämlich das Styropor. Die Seitenwände des Schuppens brauchen das Dach nicht zu tragen. Du klebst sie einfach zwischen die Holzpfeiler. Schließlich schneidet du das Dach zurecht. Es kann aus glatter Pappe oder aus Wellpappe entstehen, je nachdem, welche Art Dach du basteln möchtest. Das glatte Dach malst du oben dunkel-, fast schwarzbraun an. Das schaut dann aus wie Dachpappe. Die Wellpappe behält ihr Grau. Sie erinnert an ein Wellblechdach, das ja auch Stahlgrau – das wird auch Stahlblau genannt – ausschaut. Wenn du in deiner Bastelkiste ein Ziegeldach übrig hast, kannst du auch dieses auf den Schuppen setzen.

ENTSCHEIDENDE IDEEN

Steht der Schuppen, kümmerst du dich noch um die Feingestaltung. Mit Streumaterial bringst du die eine oder andere Blume auf die Wiesen. Am Streckenrand wächst mancher Busch, den die Aktiven nicht weggeschnitten haben, als sie die Nebenbahn Blaufelden – Langenburg herrichteten. Auch an der oberen Seite des kleinen Steinbruchs sprießt längst wieder das Grün.

Schließlich musst du eine wahnsinnig komplizierte, unheimlich schwere Entscheidung treffen. Wofür möchtest du den Schuppen nutzen? Willst du darin Holzscheite aufbewahren? Oder sind dir Strohballen sympathischer? Gehört zu deinem Fuhrpark noch ein Traktor, der bislang kein geschütztes Plätzchen gefunden hat? Vielleicht probierst du einfach aus, wie alles auf deiner Anlage wirkt. Denn das ist schließlich das Entscheidende.

Torsten Berndt

DU BRAUCHST …

… auch dieses Mal fast nur Material aus der Bastelkiste. Anstelle der Streichhölzer kannst du ebenso Zahnstocher verwenden, deren Spitzen du entfernst. Kantholz – so heißt quadratisch oder rechteckig geschnittenes Holz in der Fachsprache – wird für Schuppen genauso verwendet wie Rundholz.


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Modellbau: Modellbahneisenbahn AG der Schule Schrozberg unter Leitung von Marliese und Siegfried Gehringer, Fotos: Marliese Gehringer, Bildbearbeitung: Michael Robert Gauß