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Anlagenbau Minidiorama

MINIDIORAMA MIT BACH

Eine alltägliche Szenerie: Mitten durch den Ort oder am Ort vorbei fließt ein Bach, vielleicht sogar ein noch wachsender Fluss. Überall in Deutschland kannst du ein solches Bild sehen.

Weshalb ist dies so? Nun, ganz einfach: Früher entstanden Siedlungen an besonderen Punkten der Landschaft. Das konnte ein Berg sein, auf dem zunächst eine Burg thronte, ehe rund um sie herum Wohnhäuser gebaut wurden. In den Tälern ließen sich die Menschen am Wasser nieder, denn nichts braucht der Mensch mehr zum Leben als Wasser. Viele Siedlungen wuchsen an Biegungen von Bächen oder Flüssen. An zwei Seiten war der neue Ort dann vom Wasser umschlossen, auf den anderen Seiten konnte er sich ausdehnen. Manchmal gründeten die Menschen sogar zwei Orte an beiden Seiten eines Flusses. Auf diese Weise ist zum Beispiel Berlin entstanden. Heute sieht man der Stadt nicht mehr so ganz an, dass sie eigentlich auf zwei Fischerdörfer entlang der Spree zurückgeht.

Auch heute haben die Bäche und kleinen Flüsse durchaus einen praktischen Wert. Sie dienen beispielsweise der Entwässerung nach starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze im Frühjahr. Ein Teil des Wassers versickert im Boden und gelangt in das Grundwasser. Ein anderer Teil fließt in den Bach oder Fluss, der in einen weiteren Fluss mündet, bis irgendwann das Wasser eines Stromes das Meer erreicht. Nordsee-Wasser kann aus dem Erzgebirge stammen und in der Elbe eine kleine Deutschland-Reise hinter sich haben. Unweit der Elbe entspringt die Oder, die Tschechien, Polen und Deutschland durchquert und am Stettiner Haff die Ostsee speist. Auch deren Wasser hat viele Kilometer hinter sich.

Oftmals nutzen die Menschen Bäche und kleine Flüsse auch für die Naherholung. Manche Gemeinde richtete eine offizielle Badestelle ein. Wo dies nicht geschah, steigen die Bürger einfach so in das kühle Nass. Meistens ist das ungefährlich. Manchmal hat es aber eine guten Grund, dass die Gemeinde das Baden verbietet. Auch in Bächen und kleinen Flüssen können für den Menschen gefährliche Strömungen und Strudel entstehen.

Im Märklin-Maßstab 1 : 87 halten sich die Risiken für die Preiserlein aber in sehr engen Grenzen. Also kannst du in deinem Bach ohne Weiteres Modellfiguren baden lassen. Wie der Bau eines Baches vonstatten geht, zeigen dir junge Märklin-Profis aus Blaufelden. Die Minidioramen entstanden während eines Kinderferienprogramms zur Geschichte des Geschichte des Josua, des sechsten Buches des Alten Testamentes. Daher kleben an den Dioramen Zitate aus der Bibel.

Aus der Vogelperspektive.
Aus der Vogelperspektive.

WASSER AUS FOLIE

Mit der nötigen Sorgfalt und Konzentration, also Tugenden der Märklin-Profis, geht die Arbeit zügig und leicht von der Hand. Zunächst steht der Bau des Rahmens für das Minidiorama auf dem Programm. Wegen seiner geringen Größe erhält es eine durchgehende Grundplatte. An den Seitenleisten sind die Stellen, an denen der Bach einmal ins Nachbar-Diorama fließen wird, vorsichtig ausgeschnitten. Auf die Grundplatte gehört zunächst eine Styropor-Platte. Auf ihr zeichnest du den Lauf deines Baches ein. Für das Bachbett hobelst du etwas Styropor weg. Danach schneidest du zwei Styropor-Platten für beide Seiten des Baches zurecht. Am Verlauf des Baches arbeitest du das Ufer heraus. Damit hast du das Bett geschaffen, durch das dein Bach einmal fließen wird.

Das Bachbett gestaltest du mit beiger, grauer und blauer Farbe. Am besten streust du auch kleine Steine ein. Dann wird die Wirkung noch natürlicher. Auf das Ganze klebst du dann die Seefolie. Du befestigst sie links und rechts auf der unteren Styropor-Platte mit etwas Kreppband. So entsteht eine waagerechte Wasseroberfläche, und der Bach bekommt eine Tiefenwirkung. Dann klebst du mit Holzleim die beiden anderen Styroporteile fest. Der Bach selbst ist damit fertig.

Nun steht noch die Ufergestaltung an. Auf dem Diorama siehst du ein flaches Ufer. Das bedeutet, dass dort Grün sprießen kann. Wasser ist in der Nähe eines Baches genug vorhanden. Also gedeihen Gras, Büsche und Bäume. Lässt du einen Bach durch eine felsige Landschaft fließen, müsstest du mit dem Grün etwas sparsamer umgehen.

LÖCHER IM BODEN

Wie du den Boden begrast, haben wir dir im Magazin deines Märklin Start Up Clubs bereits gezeigt. Auch über den Bau von Bäumen und Büschen konntest du schon einiges lesen. Da der Untergrund aus Styropor besteht, ist es kinderleicht, Löcher für die Bäume und Büsche zu bohren. Nimm einfach den Handbohrer und drehe ihn sacht. Eins, zwei, drei hast du ein Loch im Boden. Die Arbeit mit dem Handbohrer ist absolut ungefährlich.

In Blaufelden dauerte der Bau eines Minidioramas rund hundert Minuten. Zugegeben, die dortigen Märklin-Profis haben schon etwas Übung. Doch geht es im Modellbau ja nicht um Schnelligkeit. Lass dir also Zeit und entwickle deine eigenen Ideen. Die besten Ideen kommen vielen Menschen übrigens während eines Spazierganges – zum Beispiel am Bach entlang. 

 

DU BRAUCHST...

… nur Styropor, etwas Farbe, ein paar Steinchen und die Seefolie aus dem Angebot von Noch. Diese erhältst du bei deinem Märklin-Fachhändler. In dessen Sortiment findest du auch jede Menge schöner Bäume und Büsche, wenn du sie nicht selbst basteln möchtest. Das meiste Material und das Handwerkzeug steckt aber ohnehin längst in deiner Bastelkiste.

 

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Modellbau: Johannes und Mattis und weitere Kinder vom Ferienprogramm unter Leitung von Marliese und Siegfried Gehringer, Fotos: Marliese Gehringer, Bildbearbeitung: Michael Robert Gauß, Text: Torsten Berndt