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Anlagenbau Fischteiche

STILL RUHT DER SEE

Selbst ein kleiner See braucht ein wenig Platz. Wahrscheinlich reicht die Fläche deiner Märklin-Anlage dafür nicht aus. Kleiner als ein See können Fischteiche sein. In ihnen wachsen zum Beispiel die Silvesterkarpfen heran.

Doch nicht nur zum Jahresende ist Fisch sehr beliebt. Dies führt auf den Meeren dazu, dass der Mensch zu viele Fische fängt. Auch in den Seen sinkt die Zahl der Fische. Im Bodensee beispielsweise leben immer weniger Felchen. Deutschlands größter See leidet aber nicht bloß an zu starkem Fischfang. Früher haben die Menschen zu viel Dreck ins Wasser gekippt. Das tat dem Bodensee alles andere als gut. Heute arbeiten die Kläranlagen so gründlich, dass das Wasser für viele Lebewesen zu sauber ist. Pflanzen und Tiere finden deswegen zu wenig Nahrung. Wiederum sinkt die Zahl der Fische.

Der Mensch ist aber auch ideenreich. Daher legt er künstliche Gewässer an, um darin Fische zu züchten. Das Fachwort dafür heißt „Aquakultur“. Aqua kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ganz schlicht und einfach Wasser. Man könnte also auch von Wasserkultur sprechen, doch das wäre manchem wohl einfach zu schlicht. In großem Stil züchtet der Mensch an den Küsten Fische. Vor allem in Frankreich, Norwegen und Finnland sieht man am Meer viele Gehege, die meistens von großen Netzen umgeben sind. Darin gedeihen tausende, manchmal zehntausende Fische.

An Land sind die Fischteiche meistens kleiner. Die Züchter unterscheiden zwischen zwei Arten von Teichen. In den einen wachsen Fische heran, die fließende Gewässer bevorzugen. Forellen leben zum Beispiel gern in Bächen und Flüssen, dessen Wasser zügig in Richtung Mündung rauscht. Andere Fische, beispielsweise Karpfen, haben es lieber eine Nummer gemächlicher. Sie schätzen Gewässer, an deren Oberfläche kaum oder gar keine Bewegung zu sehen ist. Still ruht dann der See.

H0-FORELLEN AUS KÜMMEL

Diese künstlichen Fischteiche eignen sich bestens für den Nachbau im Märklin-Maßstab 1:87. Johannes von der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Schrozberg erkannte das rasch. Er ist nämlich nicht nur Märklin-, sondern auch Angel-Profi. Er baute ein Minidiorama mit perfekten Fischteichen. Die Teiche liegen links und rechts eines kleinen Baches.

Ganz allein machte er das nicht. Zum einen entstanden in der Arbeitsgemeinschaft weitere Minidioramen. Zum anderen half Siegfried Gehringer mit einer Gipsform, die er von Hand hergestellt hatte. Mit der Form war der Bau der kleinen Brücke kinderleicht. Es genügte, die nötige Menge Gips abzuwiegen, den Gips anzuführen und in die Form zu gießen. Sowie er trocken war, konnte die  Brücke über den Bach führen. Halt, vorher musste Johannes natürlich noch das Mauerwerk mit einem spitzen Gegenstand gravieren. Er nahm einen Pinsel, der sämtliche Haare verloren hatte. Farbe bekam die Brücke dann auch noch. Dazu machte Johannes sie zuerst unter dem Wasserhahn nass. Danach malte er sie mit stark verdünnter schwarzer Farbe an, damit die Fugen schwarz werden. Dann wischte er die noch nasse Farbe vorsichtig ab. Dadurch werden die Steine grau und die Fugen bleiben dunkel. Diese Technik kennen Märklin-Profis beispielsweise vom Bau der Felsen auf der Anlage.

Das Gelände des Dioramas entsteht wie immer aus Styropor. Die Ufer des kleinen Baches schnitt Johannes ebenso aus wie die Form der Fischteiche. Der kleine Bach und ein Fischteich sollten klares Wasser zeigen. Daher strich Johannes die Böden zunächst mit verdünntem Holzleim ein und streute dann feinen Sand darauf. Danach sprühte er etwas mit Spülmittel versetztes Wasser auf den Sand. Damit der Sand absolut fest klebt, träufelte Johannes schließlich noch einmal sehr stark verdünnten Holzleim darüber.

Mit Zeitungspapier nahm er dann die Form des einen Sees ab. Das Zeitungspapier befestigte er auf einer Klarsichthülle, die er mit durchsichtiger Windowcolor einstrich. Das Trocknen dauert einige Zeit. Diese nutzte Johannes, um die Flächen rund um den Bach und die Seen zu begrasen. Wie das geht, brauchen wir in diesem Heft des Club-Magazins wohl nicht zu erzählen, oder? Als die Windowcolor-Farbe getrocknet war, streute er Kümmel-Körner darauf. Aus dem Kümmel werden einmal stolze H0-Forellen. Danach strich Johannes die Fläche nochmal satt mit durchsichtiger Windowcolor ein und ließ alles trocken.

KARPFEN IM TRÜBEN

Ist die Windowcolor absolut trocken, kann man es leicht von der Klarsichthülle abziehen. Die Forellen stecken in der Windowcolor fest. Am Rand des Fischteiches platzierte Johannes einige Steinchen. Sie halten den Abstand zum Boden. Auf die Steine klebte Johannes eine steife Plastikfolie, die aus einer Verpackung stammte. Ganz oben befestigte er schließlich die Windowcolor-Folie. In der gleichen Art und Weise gestaltete er die Oberfläche des Baches. Kümmel-Forellen schwimmen im Bach allerdings nicht.

Für die beiden anderen Teiche genügte es, die Oberfläche mit Windowcolor zu gestalten. In diesen leben nämlich Karpfen. Karpfen fischen gern im Trüben, genauer gesagt, sie fischen nicht, sondern suchen nach Schnecken, Würmern und Larven von Insekten, die sie fressen. Dieses Mal nahm Johannes einfach die Formen mit Zeitungspapier ab, befestigte es auf einer Klarsichthülle und trug die Windowcolor auf. Die getrocknete Windowcolor-Folie klebte er direkt auf dem Grund der Teiche fest.

Zum guten Schluss gestaltete er noch die Ufer. Wie das geht, weißt du schon vom Bau eines Baches und auch vom Bau manchen Flusses. Natürlich platzierte Johannes an den Seen noch einige Angler. Fisch kann man schließlich nie genug essen.

DU BRAUCHST…

… vor allem Material aus deiner Bastelkiste. Sand, Flocken, Sträucher, Gräser, Gips und anderes hast du längst, musst nur ab und zu die Vorräte ergänzen. Wenn in deiner Modellbau-Gruppe kein Erwachsener eine Gipsform basteln kann, dann frage deinen Märklin-Fachhändler nach Formen für den Brückenbau. Das Styropor und die steife Folie für den Bau des einen Sees und des Baches bekommst du aus Verpackungen, die sonst in den gelben Sack wandern. Statt Styropor kannst du auch Styrodur verwenden.


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Modellbau: Johannes von der Modelleisenbahn AG 2016-17 der Schule Schrozberg unter Leitung von Marliese und Siegfried Gehringer. Fotos: Marliese Gehringer