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Anlagenbau Feldbahn

SCHNELL AUF-, SCHNELL ABBAUEN

Auch bei der großen Eisenbahn gibt es größere und kleinere Eisenbahnen. Die meisten Strecken in Deutschland weisen die Regelspur auf. Die Schienen liegen mit einem Abstand von 1435 Millimetern nebeneinander. Daneben gibt es Schmalspurbahnen mit 1000 und 750 Millimetern Spurweite. Am kleinsten sind die Feldbahnen.

Deren Name kommt nicht vom Feld, auf dem die Landwirte Getreide anbauen. Eine Bahn im Kornfeld wäre vielleicht auch etwas übertrieben. Die Bezeichnung leitet sich von jenem Feld ab, in das in früheren Tagen viel zu oft die Männer zogen. „In das Feld ziehen“ bedeutete nichts anderes als „Krieg führen“. Mit solchen Worten verharmloste man die Grausamkeit jeden Krieges. Eine ähnliche Wendung lautete „gefallen sein“. Auf Hochdeutsch hieß das „im Krieg getötet worden zu sein“.

Das Militär hatte früh die Bedeutung der Eisenbahn erkannt. In Zügen gelangten Soldaten und Material schneller an die Fronten als zu Fuß oder in Fuhrwerken. Außerdem ließen sich viel mehr Soldaten befördern und viel mehr Material transportieren als auf dem klassischen Wege. Autos und Lastwagen gab es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekanntlich noch nicht. Die großen Eisenbahnstrecken hatten für das Militär aber einen großen Nachteil: sie folgten nicht den Kriegsfronten. Deren Verlauf wechselte manchmal täglich. Also schauten sich die Eisenbahnpioniere um und fanden die Lösung in Bergwerken.

Dort gab es schon lange vor der Erfindung der Dampflokomotive Bahnen. Erst auf Schienen aus Holz, dann aus Eisen rollten Grubenhunte. So bezeichnete man kleine Wagen, in denen Kohle oder Erz transportiert wurde. Zuerst zogen oder schoben Menschen ein, zwei Grubenhunte, ehe Pferde die Aufgabe übernahmen. Mit Pferden bespannte Züge bestanden schon aus mehreren Wagen, ohne deswegen gleich lang zu sein. Die Schwellen lagen meistens einfach auf dem Boden. Die Schienen waren auf ihnen locker befestigt. Das Gleis konnte schnell auf- und ebenso schnell wieder abgebaut werden. Genau das brauchte man in den Bergwerken und auch an den Fronten.

AUHAGEN-FELDBAHN NEBEN MÄRKLIN-EISENBAHN

Also übernahmen die Eisenbahnpioniere das System. Sie bauten flexible Bahnen mit kleinen, leichten Fahrzeugen, die auf schmaler Spur liefen. Bald verlegten die Eisenbahnpioniere die Gleise etwas sorgfältiger als in den Bergwerken, denn auch die Züge wurden länger und schwerer. Gleisjoche ersetzten das von Hand zusammengebaute Gleis; ein Gleisjoch ist ein Fertiggleis mit Schienen und Schwellen, wie beispielsweise das Märklin-K-Gleis. Das Pferd bekam Konkurrenz durch die Lokomotive, durch Heeresfeldbahnlokomotiven. Deren Konstruktion stand vor allem unter einem Vorzeichen: Die Maschinen mussten robust sein. Schnelligkeit war weniger gefragt. Auf ausgeklügelte Technik legte das Militär schon gar keinen Wert. Die Heeresfeldbahnlokomotiven – dort ersetzten Dieselmaschinen recht schnell die Dampfrösser – waren durch nichts zu beeindrucken.

Auch die Bergwerke setzten mehr und mehr Lokomotiven ein. In den Mooren entstanden Feldbahnen zum Torfstich. Ziegeleien transportierten ihre nicht ganz leichten Rohstoffe und Erzeugnisse in Feldbahnen. Von der Werkbahn unterschied sich die Feldbahn durch ihre Flexibilität. Die Gleise waren schnell verlegt und schnell wieder beseitigt. Werkbahngleise sind dagegen ähnlich fest verankert wie die Gleise auf Nebenstrecken, mitunter sogar auf Hauptstrecken.

Natürlich macht sich eine Feldbahn auch im Märklin-Maßstab 1 : 87 gut. Märklin selbst bevorzugt die große Eisenbahn auf Regelspur; auch der bedeutendste Produzent weltweit kann schließlich nicht alles machen. Mit den Herstellern guten Zubehörs arbeitet Märklin indessen gut zusammen. Einer davon ist Auhagen, und Auhagen hat eine schöne Feldbahn im Programm. Mit ihr bereicherten die Mitglieder der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums Stutensee ihre Dioramen.

UMSCHLAGSTATION FELDBAHN-EISENBAHN

Die Gleisjoche zu verlegen, ist kinderleicht. Das Einschottern geschieht wie beim Märklin-K-Gleis. Selbstverständlich baut ein Märklin-Profi die Feldbahn ebenso sorgfältig auf wie die Märklin-Eisenbahn. Dass die Gerade ab und an etwas ungerade ist, dass die Feldbahnzüge später über das Gleis rumpeln und nicht eisenbahnmäßig gleiten, das ist natürlich pure Absicht. Schließlich soll die Feldbahn wie schnell aufgebaut wirken.

In Stutensee entstand eine Feldbahnstation. Denkbar wäre aber auch eine Feldbahn innerhalb einer Ziegelei. Dann gäbe es keinen Anschluss zur großen Eisenbahn. Nur eine Bahn im Feld macht sich weniger gut. Wo sie fährt, herrscht meistens Krieg. Märklin-Profis bauen aber nur schöne Szenerien im kleinen Maßstab.
 

DU BRAUCHST...

… vor allem Materialien aus deiner Bastelkiste und eine freie Ecke auf deiner Märklin-Anlage. Die Feldbahn findest du im Sortiment von Auhagen – frag deinen Märklin-Fachhändler danach. Er hat auch Schuppen und andere Bauten im Angebot, die du für dein Feldbahn-Diorama verwenden kannst.

 

>>> HIER GEHT`S ZUR ANLEITUNG <<<

 

Modellbau und Fotografie: Aileen, Julia und Tobias von der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums Stutensee unter Leitung von Matthias Wagner