DE
EN

Anlagenbau Ententeich

Wer kennt ihn nicht, den Ententeich nahe der eigenen Wohnung? Manchmal trägt er Namen wie „Dorfteich“ oder „Dorfweiher“. Mitunter entstand er künstlich, zum Beispiel als Löschwasserbecken für die Feuerwehr. Vielfach ist er aber auch nur einfach so da, und niemand macht sich groß Gedanken darum. Im Märklin-Maßstab 1 : 87 passt er auf jede Anlage. Was macht einen solchen Ententeich aus? Nun, einen Zu- oder Abfluss hat er nicht. Deshalb zählt er zu den stehenden Gewässern, den Stillgewässern. Gewöhnlich führt er das ganze Jahr über Wasser. In der Gewässerkunde, der Limnologie, heißt er – nur er – „Weiher“. Andere Gewässer sammeln nach Regenfällen oder nach der Schneeschmelze Wasser, das dann aber später wieder verdunstet oder versickert. Sie trocknen aus oder „fallen trocken“, wie man korrekt sagt. Dann lautet das richtige Wort „Tümpel“. Die Fachleute sprechen übrigens von perennierenden Gewässern und intermittierenden Gewässern. Beide Fremdworte kommen aus dem Lateinischen. „Perennis“ bedeutet „das ganze Jahr hindurch, fortdauernd, immerwährend“, wie der große Georges verrät, eines der wichtigsten Latein-Wörterbücher. „Intermittere“ heißt „unterbrechen“. Du siehst, auch für die Erkundung des Dorfteiches hilft das Latinum ungemein …

Der Dorfteich wäre aber wissenschaftlich nur ein Teich, wenn ihn der Mensch künstlich angelegt hätte. Zudem muss er über mindestens einen Zufluss und mindestens einen Abfluss verfügen. In der Umgangssprache spielen diese offiziellen Bezeichnungen aber keine Rolle. Da gehen Teich, Weiher und Tümpel munter durcheinander. Im Südwesten Deutschlands ist das Wort Weiher weit verbreitet. Der hohen Wissenschaft sind die Bürger dort näher, als mancher von ihnen glaubt. Weiher stammt nämlich vom lateinischen „vivarium“ ab, dem Behältnis für lebende Tiere. Nun, besser man sagt „Vivarium“, pardon, „Weiher“ natürlich, als Aquarium – „aqua“ ist das Wasser auf Latein. So, damit aber genug des Lateinischen, auch wenn wir selbstverständlich mit unserem Latein noch lange nicht am Ende sind. Schließlich wollen wir einen Ententeich modellieren, auf dem natürlich auch Schwäne zugelassen sind; vom Schwanenteich spricht aber seltsamerweise niemand. Baust du ein stehendes Gewässer auf deiner Anlage, brauchst du über den Zu- und Abfluss nicht nachzudenken. Ganz nebenher sparst du Platz, denn selbst ein kleiner Bach verlangt nach etwas Fläche. In Stutensee entstand ein Ententeich, den Anna und Cecilia aus der Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft des Thomas-Mann-Gymnasiums bastelten.

Die Fasern aus dem Blütenstand des China-Grases kannst du bestens für die Imitation von Schilf am Ufer des Ententeiches verwenden. www.maerklinfanclub.

ENTEN BLICKEN AUF DEN GRUND

Die nötigen Arbeitsschritte beherrscht jeder Märklin-Profi. Streng genommen, besteht der Teich nämlich vor allem aus Farbe. Auf der Grundplatte liegt eine Styrodur-Schicht. In diese schnitten Anna und Cecilia die groben Konturen des Teichs. Für die Feingestaltung verwendeten sie etwas Gips. Als er trocken war, färbten Anna und Cecilia den Grund des Weihers blau. Das Blau fiel zwar etwas zu himmlisch aus – sogar der Himmel erscheint nur an wenigen Tagen so strahlend. Doch lässt sich dies leicht korrigieren. Zunächst einmal kam feiner Sand auf den Boden des Sees. Der Sand scheint am Ende sacht durch – ein schönes Detail auf der Anlage. Da die Farbe noch feucht war, blieb der Sand gut haften.

Mit Window-Color in Grüntönen und gedecktem Blau färbten Anna und Cecilia den See im typischen Blau eines schönen Sommertages. Den Abschluss bildete eine dicke Schicht aus transparentem Window-Color. Dieses schaut am Anfang weiß aus. Beim Trocknen aber verschwindet die Farbe, sodass die Enten und natürlich auch die Preiserlein am Ende auf den Grund des Weihers blicken können.
 

IM WASSER UND AN LAND

Die Zeit, die Window-Color zum Trocknen braucht, nutzten Anna und Cecilia für die Feingestaltung. An verschiedenen Stellen platzierten sie Schilfgras-Fasern aus dem Angebot von Noch. Am Rand des Dorfteiches trugen sie eine Mischung aus Sand und Streumaterial auf. Dafür verwendeten sie Material aus der Bastelkiste. Zum Schluss kam noch einmal Window-Color zum Zuge, transparentes natürlich. Bevor die letzte Schicht getrocknet war, setzten Anna und Cecilia die Enten ins Wasser. Natürlich watschelt die eine oder andere Ente auch an Land umher; dass Enten manchmal eine Spur unvorsichtig sind, wissen wir ja spätestens aus „Peter und der Wolf“.

Fertig ist der Ententeich. Er liegt in einer kleinen Parkanlage. Am Rande des Weihers stellte die Gemeinde ein paar Sitzbänke auf. Spaziergänger machen dort Rast. Mancher bringt im Beutel etwas Futter für die Enten mit. Die Vögel haben natürlich längst gelernt, welchen Spaß es Menschen bereitet, Enten zu füttern. Ganz besonders mutige, man kann auch sagen, freche Enten nähern sich den Parkbänken fast auf Armabstand. Dann schauen sie den Menschen tief in die Augen …

DU BRAUCHST...

… in erster Linie Material aus deiner Bastelkiste. Die Schilfgras-Faser von Noch hat die Artikelnummer 07060. Du kannst aber auch die Fasern aus dem Blütenstand des China-Grases verwenden – sieh dir das Foto einmal genau an. Die Window-Color erhältst du bei deinem Märklin-Fachhändler in den verschiedensten Farben. Schau sie dir gut an und entscheide dich für die Flaschen, deren Farben dir passend erscheinen. Abtönfarbe erhältst du bei deinem Märklin-Fachhändler oder im Baumarkt. Die Enten stammen aus dem Angebot von Noch.

>>> HIER GEHTS ZUR ANLEITUNG <<<