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Anlagenbau Beet

EINER DER ÄLTESTEN BERUFE 

Die meisten Bahnstrecken führen über das Land. Links und rechts der Gleise erstrecken sich Wälder und Felder. Sie auf deiner Märklin-Anlage nachzubauen, kostet nicht viel Platz und Zeit.

Noch liegt die Natur im Winterschlaf. Den hat sie sich redlich verdient. Auch 2016 standen die Felder wieder in voller Blüte. In den Wäldern und in Parks wuchsen die Bäume vielleicht nicht ganz in den Himmel, doch kamen sie ihm erneut ein Stück näher. Wie schnell das Grün sprießt, kannst du einem Geräusch entnehmen: dem der Rasenmäher. In manchen Gegenden holen die Erwachsenen Wochenende für Wochenende die Maschinen aus dem Schuppen, um den Rasen zu kürzen. Stell dir vor, du müsstest jede Woche zum Friseur gehen …

Im März, spätestens im April wird sich die Natur wieder regen, und das ist auch gut so. Die Luft, die wir atmen, stammt von Bäumen, Sträuchern, Blumen und anderen Pflanzen. Nur sie können das Kohlendioxid, das wir ausatmen, wieder in Sauerstoff umwandeln, den wir zum Leben brauchen. Außerdem bilden Pflanzen die Grundlage unserer Nahrung. Wir essen Getreide, Obst und Gemüse roh oder verarbeitet. Doch auch Fleisch und Milch entstehen letztendlich aus Pflanzen, denn Kühe, Schweine und andere Nutz- und Wildtiere sind meistens Vegetarier, manchmal auch Allesfresser. In Seen, Flüssen und im Meer stehen Pflanzen ebenfalls am Anfang der Nahrungskette, die bei uns Menschen endet.

Die Pflanzen, von denen wir leben, werden schon seit Jahrtausenden gezielt angebaut. Der Ackerbau begann in der Jungsteinzeit. Wir Europäer hinkten dabei ziemlich hinterher. In Mesopotamien und in der Levante, also im heutigen Nahen Osten, begann der Ackerbau vor etwa 13.000 Jahren. Als vor rund 11.000 Jahren Menschen nach Südosteuropa zogen, brachten sie ihr Wissen mit. Von Südosteuropa aus verbreitete sich der Ackerbau über den gesamten Kontinent. Die Wissenschaftler erklären, dies sei Schritt für Schritt vor 6000 bis 9000 Jahren geschehen. Der Beruf des Landwirts – früher sagte man Bauer – gehört daher zu den ältesten Tätigkeiten überhaupt.

Heute arbeiten die Landwirte mit modernster Technik, um Getreide, Obst und Gemüse anzubauen. Vom Garten, in dem man Tomaten oder Erdbeeren setzt, unterscheidet sich ein landwirtschaftlicher Betrieb wie die Modellbahn von der großen Eisenbahn. Alles schaut sehr ähnlich aus, doch könnte man mit Kleingärten die Weltbevölkerung ebenso wenig ernähren wie mit der Modellbahn Güter und Personen befördern. 

GRÜN DOMINIERT 

Um auf deiner Märklin-Anlage landwirtschaftlich genutzte Felder und Beete zu schaffen, brauchst du dir aber keinen Kleingarten zuzulegen. Es genügen Farbe, Weißleim, Kaffeesatz, Beflockungs- und Streumaterial. Vielleicht kaufst du noch den einen oder anderen Baum dazu oder bastelst aus Rohlingen oder Draht eigene Bäume – wie das geht, haben wir dir im Club-Magazin gezeigt. Den Bau eigener Beete und Felder erklären dir die Mitglieder des Modellbahn Teams Blaufelden.

Deine Beete und Felder entstehen links und rechts der Gleise. Der Boden sollte annähernd eben sein, muss aber nicht absolut plan liegen. Wichtig ist nur, dass das Regenwasser im Erdreich versickern kann und nicht einen Hang hinab fließt. Die Pflanzen sollen ja wachsen. Dazu brauchen sie Wasser. Dein Beet oder Feld färbst du zunächst erdbraun ein. Danach trägst du Weißleim auf. Auf den leimgetränkten Boden streust du Kaffeesatz oder Kaffeegrund, wie man auch sagt. Er stellt im Märklin-Maßstab die Erdkrume dar. Darauf kommt dann das Beflockungs- und Streumaterial, wobei du frei wählen kannst, was du genau gestalten möchtest. Natürlich dominiert die Farbe Grün. Blüten und Früchte erscheinen aber in fast allen Farbe des Regenbogens. Du kannst also deine Märklin-Anlage um viele Farbtupfer bereichern.

Im Prinzip war es das schon. Zum Schluss sprühst du noch stark verdünnten Weißleim sacht über dein Beet, damit alles wirklich fest hält. Schöner sehen natürlich Felder und Beete aus, wenn an ihren Rändern Büsche und Bäume wachsen. Bastle einfach den einen oder anderen Strauch oder setze Laub- und Nadelbäume. Die Preiserlein in den Märklin-Wagen werden staunen ob deiner Farbenpracht.

EIN ACKER IST (K)EIN FELD 

Bleibt die Frage, worin sich ein Beet und ein Feld unterscheiden. Nun, gewöhnlich spricht man in Gärten von Beeten und in der Landwirtschaft von Feldern. Dann bezeichnen die Worte die unterschiedlichen Größenordnungen. Etwas präziser ist die Unterscheidung nach angebauten Früchten. Obst und Gemüse baut man in Beeten an. Auch in Baumschulen spricht man von Beeten, in denen die Bäume heranwachsen. Getreide und Raps dagegen gedeihen auf Feldern. Wenn sie Kartoffeln und Rüben anbauen, sprechen Landwirte vom Acker und nicht vom Feld. Alles andere als selten werden Feld und Acker aber gleichrangig benutzt. Dann heißt es zum Beispiel, dass auf gut der Hälfte der Ackerfläche in Deutschland Getreide wächst. Doch du kennst jetzt den kleinen Unterschied. Märklin-Profis lassen sich eben kein X für ein U, pardon, keinen Acker für ein Feld vormachen.

DU BRAUCHST... 

… nur Farbe, Weißleim, Kaffeesatz, Beflockungs- und Streumaterial. Das hast du alles in deiner Bastelkiste. Es sei denn, deine Vorräte sind zur Neige gegangen … 

 

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Modellbau: Moritz und Manuel vom Modellbahn Team Blaufelden unter Leitung von Marliese und Siegfried Gehringer, Fotos: Marliese Gehringer (Baufotos), Michael Robert Gauß (Szenenfotos), Bildbearbeitung: Michael Robert Gauß